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Riesa

Feuer im Weinberg

Der Kälteeinbruch macht den Winzern zu schaffen. Bei Schloss Wackerbarth greift man zu einer besonderen Maßnahme.

Nicht zum ersten Mal entzünden die Winzer von Schloss Wackerbarth Feuer in den Weinbergen. Schon seit 2014 schützte man die Reben so vor Frost, hier im April 2017. © Sebastian Kahnert / dpa

Diesbar-Seußlitz. Nach dem Sonnenschein ist vor dem Kälteeinbruch: Schon am Donnerstag sollen die Temperaturen in der Nacht wieder unter den Gefrierpunkt fallen – derzeit steht die Voraussage bei minus ein Grad Celsius. 

Reichlich Grund zur Beunruhigung für die hiesigen Winzer. Bei Schloss Wackerbarth greift man deshalb zu einer besonderen Maßnahme: In den Nächten von Mittwoch, 10. April, bis Sonnabend, 13. April, werden auf drei Weinbergen in Diesbar-Seußlitz und Weinböhla mehr als 200 kleine, kontrollierte Feuer entzündet. 

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In Diesbar-Seußlitz geht es laut Wackerbarth-Sprecher Martin Junge vor allem darum, die rund 12 500 Bacchus- sowie die 11 000 Müller-Thurgau-Rebstöcke zu schützen. Diese sind erst vor drei bis vier Jahren gepflanzt worden und gelten deshalb als sogenannte Junganlagen.

Kälte kann Knospen abtöten

„Aktuell befinden sich die entsprechenden Junganlagen bereits im Wolle-Stadium, bei dem der Knospenausbruch langsam beginnt“, erklärt Martin Junge. Die nun anstehenden Frostperioden bedrohen diese Knospen.

 Schlimmstenfalls werden sie durch die Kälte braun und fallen ab. „Dies kann auch zu Folgeschäden in den kommenden Jahren führen“, so Martin Junge von Schloss Wackerbarth.

Um das zu verhindern, wird man in Diesbar-Seußlitz nun wieder sogenannte Rauchfeuer entzünden. Dabei lassen die Winzer Rauch über die insgesamt rund fünfeinhalb Hektar großen Rebflächen ziehen, um auf diese Weise für eine Luftverwirbelung zu sorgen.

 Das praktiziere man nun schon seit 2014 erfolgreich, so Martin Junge. Da der Rauch aber auch als störend empfunden werden kann, bittet Schloss Wackerbarth alle Anlieger der betroffenen Rebflächen um Verständnis. (SZ/ksh)