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Kamenz

Feuer zerstört Dach des Ärztehauses

Das Hauptgebäude des AMVZ Lausitz in Hoyerswerda ist vorerst nicht nutzbar. Patienten finden im Nachbargebäude Rat.

Eine dunkle Rauchsäule stand kurz nach 6.30 Uhr über dem Gebäude des Augen-Medizinischen Versorgungszentrums im Hoyerswerdaer WK I.
Eine dunkle Rauchsäule stand kurz nach 6.30 Uhr über dem Gebäude des Augen-Medizinischen Versorgungszentrums im Hoyerswerdaer WK I. © Hagen Linke

Hoyerswerda. Bei einem Großbrand schwer beschädigt wurde am Dienstag  das Hauptgebäude des Augen-Medizinischen Versorgungs-Zentrums (AMVZ) an der Liselotte-Herrmann-Straße im WK I in Hoyerswerda. Der komplette Dachstuhl fiel den Flammen zum Opfer. Durch das Löschwasser wurde der Mehrgeschosser bis in den Keller geflutet.

Was gegen 6.30 Uhr als Balkonbrand über den Notruf gemeldet worden war, entpuppte sich als komplizierter Dachstuhlbrand, der sich immer weitere ausbreitete. Es dauerte nach der Alarmierung keine 20 Minuten, bis sich der Voraustrupp einen Überblick verschafft hatte und die Löscharbeiten begannen. Der Brandherd befand sich in der Dachisolierung zwischen der Deckenverkleidung und den Dachsteinen. „Das Öffnen der Dachhaut und damit die Brandbekämpfung wurden erheblich durch eine Photovoltaikanlage erschwert, welche sich fast über den gesamten Dachbereich erstreckte.“ Wie es in der Pressemitteilung aus dem Rathaus weiter heißt, führte die Feuerwehr die Brandbekämpfung über Außenangriff und Innenangriff durch, wobei die Deckenverkleidung und die Dachhaut Stück für Stück geöffnet werden mussten. Dies war sehr aufwendig und gefährlich für die Einsatzkräfte.

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Wie schwer es war, an den Brandherd zu gelangen, zeigte sich auf der straßenabgewandten Giebelseite des Gebäudes. Da hatten die Flammen eine knappe Stunde Zeit, sich durch die Dacheindeckung zu fressen. Trotz Löschwasser-Einsatz vom Korb der Drehleiter aus loderte das Feuer an dieser Stelle immer wieder auf.

Aufgrund der komplizierten Lage und des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurden weitere Feuerwehren aus der gesamten Region nachalarmiert und zum Einsatz gebracht. 10.15 Uhr war der Brand, von dem fast der gesamte Dachbereich betroffen war, unter Kontrolle.

Derweil sich ein Teil der Feuerwehrleute auf die Brandbekämpfung konzentrierte, halfen andere dabei, die hochwertigen medizinischen Geräte in den unter dem Dachgeschoss befindlichen Etagen als Schutzmaßnahme gegen das Löschwasser mit Folien abzudecken oder gleich aus dem Gebäude zu schaffen und den AMVZ-Mitarbeitern zu übergeben. Nachdem der Brand gelöscht war, hatten Einsatzkräfte am Nachmittag damit zu tun, das Löschwasser aus den geschädigten Räumen abzusaugen und den gesamten Bereich mit der Wärmebildkamera zu kontrollieren. Die Brandexperten der Polizei waren vor Ort und haben die Ermittlungen aufgenommen.

Prof. Dr. Gernot Richter, der Eigentümer des AMVZ Lausitz, erfuhr per Telefon, dass gerade Feuer, Qualm und Löschwasser sein persönliches Hab und Gut zerstören. Aufgrund eines Krankenhaus-Aufenthaltes war er nicht in seiner Wohnung im Obergeschoss des AMVZ-Anbaus, als das Feuer wütete. Die Wohnung war weniger betroffen. Der benachbarte Meeting-Raum wurde allerdings mit dem Dach komplett zerstört.

Ein Patient mit weißer Augenklappe stand etwas ratlos am Rande. Er wollte zu einer Untersuchung nach einer OP ins Gebäude. Ansprechpartner für ratsuchende Patienten sind die AMVZ-Mitarbeiter an der Anmeldung im 1. Obergeschoss des ebenfalls zum AMVZ gehörenden Nachbargebäudes, ließ Prof. Richter gegenüber TAGEBLATT wissen. Und sobald die Telefon-Anlage wieder funktioniert, sollen die Patienten mit Terminen kontaktiert werden.

„Ich denke, dass wir den OP-Betrieb rasch wieder aufnehmen können“, übte sich Prof. Richter in Optimismus. Die Versorgung der Patienten bis dahin aufrecht-zuerhalten, darin sieht er kein Problem. Wie er sagt, habe das AMVZ gerade ein neues OP-Zentrum in Cottbus eröffnet, das über die doppelte Kapazität des Zentrums in Hoyerswerda verfügt. Er geht davon aus, dass hiesige Patienten vorübergehend dort versorgt werden können. Die Details würden seine Mitarbeiter vor Ort klären.