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Feuerwehr beräumt Dach

Lose Teile drohten, auf die Straße zu stürzen. Bei der Zuordnung des abgesetzten Notrufes gab es eine kleine Verzögerung.

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© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

Waldheim. Lose Dachteile am Gebäude Bahnhofstraße 15 haben am Mittwochvormittag in Waldheim für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. „Ein Anwohner hatte die Kameraden um kurz nach 10 Uhr verständigt, weil Teile auf die Fahrbahn zu stürzen drohten“, sagte Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer auf DA-Nachfrage.

Neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Waldheim machten sich mit dem Hubsteiger und dem Löschfahrzeug auf den Weg. Während des Einsatzes, der bis etwa 11.15 Uhr dauerte, kam es auf der Straße zu Verkehrsbehinderungen. „Die Einsatzkräfte haben alles, was lose war, vom Dach geholt. Den Abtransport der Teile übernimmt der Bauhof.

Das Haus ist unbewohnt. Bereits nach dem Sturm Herwart seien Schäden sichtbar gewesen. „Wir haben versucht, an den Eigentümer heranzukommen, um ihn aufzufordern, das Dach zu sichern. Doch der Iraner, der in Berlin lebt, ist schwer zu erreichen. Nun war Gefahr in Verzug, deshalb haben die Kameraden gehandelt“, erklärte Mandy Thümer. Sie und ihr Team vom Ordnungsamt seien weiterhin um Kontakt zum Eigentümer bemüht.

In falscher Leitstelle rausgekommen

Den Notruf abgesetzt habe Nico Daidone, wie er sagte. Dabei sei er auf folgendes Problem gestoßen: Er rief per Handy die 112 an und kam in der Rettungsleitstelle Leipzig raus. „Der Disponent war über die Angabe Waldheim und Bahnhofstraße irritiert. Erst als ich die Postleitzahl nannte, wurde ihm klar, dass Waldheim in Mittelsachsen liegt, und er verband mich mit der zuständigen Rettungsleitstelle Chemnitz“, so Daidone. Dort habe er die Situation erneut schildern müssen. „Da läuft doch irgendwas schief, denn das dauerte etwa zwei Minuten extra. In einer lebensbedrohlichen Situation kann das entscheidend sein“, meint der Waldheimer.

Brandrat Gert Berger ist der Chef der neuen Regionalleitstelle Chemnitz. Ihm zufolge ist dies kein Einzelfall, aber dennoch sehr selten. Ursache seien die technischen Prozesse, die ablaufen, wenn ein Notruf via Handy abgesetzt wird. „Es kommt auf den Mobilfunkanbieter an und hängt von der Mobilfunkzelle ab, aus der der Notruf abgesetzt wird“, so Berger. Für jede Funkzelle sei festgelegt, welche Leitstelle am ehesten für einen Notruf zuständig ist, der aus dieser Funkzelle abgesetzt wird. Es gebe gewisse Grenzbereiche. „Es gibt Mobilfunknetze, die laufen schon in Chemnitz ein. Aber einige Anbieter arbeiten noch an der technisch aufwendigen Umstellung der Daten, sodass es vereinzelt vorkommt, dass Notrufe in Leipzig eingehen“, so Gert Berger. Bis Ende des Jahres müssten aber alle Anbieter ihre Neuprogrammierung abgeschlossen haben. „Wichtig ist: Es geht kein Notruf verloren.“