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Feuerwehr gibt Verwaltung Hausaufgaben auf

Die Waldheimer Kameraden sind gut ausgerüstet. Trotzdem gibt es einige Punkte, die nicht in Ordnung sind.

© dpa

Von Sylvia Jentzsch

Waldheim. Die Waldheimer Gemeindefeuerwehr verfügt über einen modernen Fuhrpark und kann sich auch nicht über fehlende Ausrüstung beschweren. Das wurde zur Jahreshauptversammlung, die sehr informativ, dynamisch und auch kritisch war, deutlich. Im vergangenen Jahr bekamen die Schönberger ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) und Ende des Jahres 2017 wurde der Auftrag für ein MLF für die Gebersbacher Wehr ausgelöst. „Da aber auch Fahrzeuge älter werden, müssen wir und die Verwaltung beizeiten über Investitionen nachdenken, um auf dem erreichten Stand zu bleiben“, sagte Gemeindewehrleiter Daniel Seifert.

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Bisher ist Gerätewart René Krieger für die Wartung und Pflege der Maschinen zuständig. „Diese Aufgabe erfüllt er sehr gut, aber sie ist in ihrer Komplexität nicht mehr auf ehrenamtlicher Basis zu schaffen. Zumal es nicht nur um die reine Instandhaltung, sondern auch um das Erkennen von möglichen Investitionen geht, so Seifert.

Hauptamtlicher Gerätewart fehlt

Im Brandschutzbedarfsplan ist festgelegt, dass es eine hauptamtliche Stelle als Gerätewart bei der Stadtverwaltung geben soll. Bisher sei nicht zu sehen, dass es diesbezüglich Bemühungen vonseiten der Stadt gibt, sagte Seifert. Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer, die von den Kameraden viel Lob für die gute Zusammenarbeit bekam, erklärte, dass die Stelle des Gerätewartes zunächst im Stellenplan aufgenommen, von den Stadträten bewilligt und im Haushaltplan finanziell untersetzt werden muss.

Kritisiert wurde, dass die Ortswehren immer noch nicht über ein eigenes Konto verfügen, um eigenverantwortlich Material erwerben zu können. „Wenn wir zum Beispiel eine Glühlampe benötigen, müssen wir bei der Stadtverwaltung nachfragen“, sagte Daniel Seifert. Damit hätte nicht nur die Feuerwehr einen Mehraufwand, sondern auch die Verwaltung selbst.

Für Kritik sorgte die Personalpolitik des Rathauses. Kein Mitarbeiter, der im vergangenen Jahr eingestellt wurde, ist ein Feuerwehrmann oder -frau. „Uns sind nicht einmal die Stellenausschreibungen bekannt“, sagte der Gemeindewehrleiter. Dabei unternehmen die Kameraden viel, um die personelle Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, sprechen zum Beispiel junge Leute bei Festen in den Ortsteilen an. Immerhin gibt es in Waldheim aktive 112 Kameraden mit einem Altersdurchschnitt von 42,3 Jahren und eine Jugendfeuerwehr mit 27 Mädchen und Jungen – neun wurden im vergangenen Jahr dazugewonnen.

Kritik am Gebäudemanagement

Große Probleme gebe es mit dem Gebäudemanagement, Abteilung Liegenschaften, der Stadtverwaltung. „Hier haben wir ein echtes Kommunikationsproblem“, sagte der Wehrleiter. Die Gebäude gehören der Stadt, und diese ist auch für die Instandhaltung und die Reparaturen zuständig. Doch da passiere wenig, wenn überhaupt nichts. Die Kameraden würden auch gern in die Planungen einbezogen werden, wenn es um Neu- oder Umbauten geht.

Seinen Unmut über die Koordinierung bei der Beseitigung von Schäden durch Sturm Herwart brachte Daniel Seifert deutlich zum Ausdruck. „Uns fehlten die Infos. Alle machten ihr Eigenes. Es gab keine Koordination. Eigentlich hätten alle an einem Strang ziehen müssen. Doch das geht nicht, wenn ein verantwortlicher Mitarbeiter der Verwaltung der Meinung ist, die Arbeit beenden zu müssen, weil Feierabend ist“, so der Wehrleiter. Die Probleme seien mit der Verwaltung besprochen worden und beim Orkan Friederike habe es schon besser geklappt. „Wir müssen uns immer mehr auf solche Ereignisse einstellen und da muss die Zusammenarbeit passen.“

Ebenfalls in der Kritik standen die fehlenden Informationen vom landratsamt zum Alarmierungssystem, das immer noch nicht funktioniert. „Wir wollen diesbezüglich Aussagen haben. Die Kommunikation hält sich sehr in Grenzen“, so Seifert. Diesen Hinweis will Feuerwehrmann und CDU-Kreisrat Steffen Blech mit dem Landratsamt besprechen. Die anderen Kritikpunkte notierten sich die Stadträte, von denen außer der SPD alle Fraktionen vertreten waren. Sie schüttelten in vielen Fällen mit den Köpfen und hatten eigentlich erwartet, dass einiges schon erledigt ist.

Um Schwachstellen bei der Löschwasserversorgung aufzudecken, soll es eine sogenannte Löschwasseranalyse geben. Über den Stand informierte Ordnungsamtschefin Mandy Thümer. Sie warte auf grünes Licht von der Kämmerin, damit sie den Auftrag für die Analyse auslösen könne. Thümer hofft, dass in zwei Monaten ein Ergebnis vorliegt. Obwohl es eine gute Zusammenarbeit zwischen ihr und der Feuerwehr gibt, forderte sie die Kameraden auf, ihre Probleme zu melden. Nur so können sie dies an die Fachbereiche weitergeben und eine Lösung einfordern. Als Beispiel nannte sie die Reinsdorfer Wehr, zu der 22 Kameraden gehören, aber nur sechs im Einsatzfahrzeug mitfahren können. Hier wird ein Transportfahrzeug benötigt. Das hätte die engagierte Mitarbeiterin der Stadtverwaltung gern schon länger gewusst. „Wir müssen mehr miteinander reden“, so Mandy Thümer.

Daniel Seifert nutzte die Versammlung, um die gute und unkomplizierte Arbeit mit der neuen Rettungsleitstelle hervorzuheben. Einen großen Anteil daran habe Kamerad Peter Schröter, der die notwendigen Zuarbeiten lieferte und den Kontakt hält.

Ein Dankeschön für die geleistete Arbeit und auch an die Partner der Feuerwehrleute überbrachte der zweite stellvertretende Bürgermeister der Stadt Dieter Henschel (Die Linke). Er zeigte sich unzufrieden mit den nicht erfolgten Investitionen in die Gerätehäuser, insbesondere das in Reinsdorf, lobte die vorbildliche Jugendarbeit und das Engagement der Kameraden bei Veranstaltungen.

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