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Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände

Drei Mal in fünf Tagen müssen die Feuerwehren in Zeithain ausrücken. Die Polizei ermittelt.

© FFW Zeithain

Von Christoph Scharf und Antje Steglich

Zeithain. Ist das noch Zufall? Freitag, Montag, Dienstag: Feuerwehren aus Zeithain und Umgebung mussten binnen weniger Tage drei Mal zu Waldbränden ausrücken. Der jüngste Einsatz fand Dienstagmittag an der Zufahrt zum früheren Waldbad Röderau statt. Bei Temperaturen um 30 Grad schwitzen 30 Feuerwehrleute in ihrer Einsatzkleidung. Von einem Hydranten an der S 88 führt ein Schlauch über die Fahrbahn in den Wald, ringsum sind Feuerwehrfahrzeuge aufgereiht. Trotzdem muss der Einsatzleiter einen Autofahrer um Verständnis bitten, warum der jetzt aus Richtung Gohlis nicht weiter nach Röderau fahren kann. Gleichzeitig löschen 50 Meter weiter Kameraden den Waldboden, der auf einer Fläche von 300 bis 400 Quadratmetern verkohlt ist. „Zum Glück haben wir den Brand noch im Entstehen bekämpfen können“, sagt der Einsatzleiter. Der Waldbesitzer selbst habe das Feuer bemerkt und die Leitstelle alarmiert.

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Der jüngste Einsatz fand Dienstagmittag an der Zufahrt zum früheren Waldbad Röderau statt.
Der jüngste Einsatz fand Dienstagmittag an der Zufahrt zum früheren Waldbad Röderau statt. © Christoph Scharf
Feuerwehren aus Zeithain und Umgebung mussten binnen weniger Tage drei Mal zu Waldbränden ausrücken.
Feuerwehren aus Zeithain und Umgebung mussten binnen weniger Tage drei Mal zu Waldbränden ausrücken. © Christoph Scharf
War das Brandstiftung? Laut Polizei liegen nach aktuellem Erkenntnisstand in den beiden Fällen bei Moritz keine Hinweise darauf vor.
War das Brandstiftung? Laut Polizei liegen nach aktuellem Erkenntnisstand in den beiden Fällen bei Moritz keine Hinweise darauf vor. © Christoph Scharf

Erschöpft rollen die Feuerwehrleute die Schläuche wieder ein und bauen die Technik ab. Wehren aus Röderau, Bobersen, Gohlis, Zeithain, Kreinitz und Nünchritz sind vor Ort – bei Waldbränden werden in der Regel gleich mehrere Tanklöschfahrzeuge benötigt. Das war auch am Montag und am vergangenen Freitag so: Da hatten die Wehren der Region bereits Waldbrände löschen müssen. An beiden Tagen war in dem kleinen Waldstück zwischen Moritz und der S 88 ein Feuer ausgebrochen, rund drei Kilometer Luftlinie entfernt. „An derselben Stelle. Das können wir uns nicht so richtig erklären“, so die Sprecherin der Zeithainer Feuerwehr, Dorit Riedel. Denn zwar gilt momentan kreisweit die höchste Waldbrandwarnstufe, „aber der Wald brennt ja nicht von allein.“ Und dass es sich bei dem zweiten Brand bei Moritz um eine Wiederentzündung der Reste vom ersten Feuer handelt, schließen die Freiwilligen aus. „Wenn, dann wäre das Sonnabend passiert, nicht erst Montag“, so die Sprecherin.

Neben der Ortswehr Zeithain waren dort auch die Kameraden aus Kreinitz, Bobersen, Gohlis, Röderau und aus dem Nünchritzer Ortsteil Grödel im Einsatz. Und die hatten bei beiden Einsätzen mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Nicht nur sei es schwierig gewesen, den Weg zu dem abgelegenen Waldstück zu finden – der war dann auch noch mit Baumstämmen versperrt, die bei den Stürmen in den vergangenen Monaten umgestürzt waren. „Auch hatten wir Schwierigkeiten, Wasser heranzubringen. Da ist kein Hydrant in der Nähe“, so Dorit Riedel. Deshalb hätten die Tanklöschfahrzeuge im Wechsel Wasser herangeschafft. Nach jeweils etwa zwei Stunden war das Feuer im Wald gelöscht, betroffen waren Flächen von 1 000 beziehungsweise 500 Quadratmeter.

Nun schwebt die Frage im Raum: War das Brandstiftung? Laut Polizei liegen nach aktuellem Erkenntnisstand in den beiden Fällen bei Moritz keine Hinweise darauf vor. „Eine Selbstentzündung ist wahrscheinlich“, sagt Polizeisprecher Marko Laske. Auch beim jüngsten Fall am Waldbad waren Beamte vor Ort. „Auffällig ist, dass hier mehr als ein Dutzend Flaschen und Scherben im Wald liegen“, sagt ein Polizist. Vielleicht spiele auch eine weggeworfene Kippe eine Rolle – allerdings war am See kein Raucher anzutreffen. Und Durchgangsverkehr gibt es an dem Waldweg nicht. „Wir hoffen auf Regen“, sagt der Polizist. Da dürften ihm auch die durchgeschwitzten Feuerwehrleute beipflichten.