Teilen: merken

Feuerwehr kämpft mit Modernisierung

Die Ortswehren treffen sich zur Jahreshauptversammlung. Ihr Leiter übt vorab Kritik an den Entwicklungen im letzten Jahr.

© Dietmar Thomas

Von Eric Mittmann

Hartha. Orkan Friederike, das Sturmtief Herbert und das Stock-Car-Rennen, Einsätze in Grünlichtenberg, Dittmannsdorf und auf der A14, beim Harthaer Stadtfest, im Pflegeheim Schönerstädt und auf dem Gelände der ehemaligen Hausschuhwerke. René Greif, Gemeindewehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Hartha, blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Dabei scheint es, als habe ihn die Modernisierung der Feuerwehr mehr beschäftigt, als die zahlreichen Einsätze. Worte vom berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, werden deutlicher.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Ein neuer Volkswagen für saubere Luft

Mit den neuen Modellen werden Schadstoffe in den Städten verringert: Die Volkswagen-Wechselprämie hilft allen Autofahrern dabei.

„Es sind derzeit einfach zu viele Baustellen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Es bringt nichts, dass jetzt auf Krampf durchzubringen“, sagt Greif. Die Vereintlichung des Alarmsystems im gesamten Landkreis Mittelsachsen sowie die Einführung digitaler Funksysteme auf den Einsatzfahrzeugen seien komplexe Aufgaben, die nur über einen längeren Zeitraum gemeistert werden könnten. „Wenn das Alarmsystem denn überhaupt mal funktioniert.“

Gleichzeitig kritisiert der Gemeindewehrleiter die fehlende Verfügbarkeit von Fördermitteln. Die Feuerwehr habe in diesem Jahr Geld für den Kauf eines Notstromaggregats, einer Tauchpumpe sowie eines Scheinwerfers beantragt. Bekommen habe sie letztendlich nichts. „Dabei möchte ich mich gar nicht bei der Stadt beklagen, denn die hat ja auch genug um die Ohren. Aber es kann doch nicht sein, dass wir noch immer mit DDR-Gerät zum Einsatz ausrücken und uns am Ende selbst Ausrüstung kaufen müssen.“

So beispielsweise geschehen mit der neuen Computertechnik im Gerätehaus, für deren Finanzierung sich der Feuerwehrverein mit der Sparkassenversicherung zusammengetan hat. „Dafür möchte ich mich noch einmal herzlich bei allen Unterstützern bedanken.“

Sein Dank gehe zudem an die Firmen Pierburg und Kläger Plastik, mit deren Spenden die Feuerwehr sowohl ein Überdruckbelüftungssystem als auch neue Motorsägen besorgen konnte. „Positiv ausgewirkt hat sich auch die Entscheidung der Stadt, dass wir auf die Technik des Bauhofes zurückgreifen können. Und auch die Landwirte haben uns tatkräftig mit ihrem Gerät unterstützt.“

Die lobenden Worte sollen jedoch nicht von den eigentlichen Problemen ablenken. „Man bekommt von allen Seiten Danksagungen, aber will es denn überhaupt jemand wissen, was wir machen? Manchmal denke ich, dem ist nicht so“, beklagt Greif. „Letztendlich setzen sich die Leute erst damit auseinander, wenn es bei ihnen brennt. Und wenn dann plötzlich mal niemand zu ihnen kommt.“