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Feuerwehr rufen kostet Geld

Fehlalarme und Hilfsaktionen können ab sofort richtig teuer werden. Der Stadtrat hat die neuen Gebühren beschlossen.

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© Roland Halkasch

Radebeul. Wenn die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr in Radebeul anrücken, dann kann das seit dem Erscheinen der Amtsblattveröffentlichung richtig teuer werden. In der Rathausveröffentlichung wird die neue „Satzung zur Regelung des Kostenersatzes und zur Gebührenerhebung für Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Radebeul“, kurz Feuerwehrkostensatzung abgedruckt.

Für Einsätze, etwa bei einem Unfall, bei dem der Autolenker befreit werden muss, stellt die Feuerwehr dann eine Rechnung. 17 Euro je Stunde und Person für einen Kameraden, 7,50 Euro je Stunde für ein Hubrettungsfahrzeug, 8,70 Euro für ein Löschfahrzeug. Auch die Verbrauchsmittel, wie etwa Absperrband, Wasser, Einsatzkleidung werden in Rechnung gestellt.

Stadtwehrleiter Roland Fährmann erzählt von einem Fall mit einer Ölspur, die am Kreisverkehr in Naundorf begann und sich bis zur Kreuzung Cossebauder Straße, Niederwarthaer Straße hinzog. Die Reinigung sei aufwendig gewesen. Sogar eine Heißdampfmaschine musste eingesetzt werden. 14 000 Euro hätten auf der Rechnung gestanden. Der Verursacher hat sich mit der Stadt um die Höhe der Summe gestritten.

Solche krassen Fälle sind die Ausnahme. Und Fährmann sagt auch, dass die Ölspurbeseitigung inzwischen von der in Radebeul ansässigen Servicefirma Neru erledigt werde. Dafür gibt es einen Vertrag zwischen der Stadt, der Feuerwehr und Neru, so der Stadtwehrleiter.

Anders bei einem Fehlalarm – etwa im Radisson-Hotel an der Nizzastraße oder wie jüngst bei Ellerhold Kartonagen, als der Rauchmelder im Büro auslöste. Gleich mehrere Feuerwehrmannschaften aus Coswig, Wahnsdorf und Radebeul rückten dort an. „Es richtet sich nach der Gefährdungslage“, sagt Fährmann. Und ein alarmierter Brand im Industriegebiet verlange nach der Vorschrift nun mal den Einsatz von zwei bis drei Löschzügen. Schließlich habe man beispielsweise bei dem verheerenden Brand von dem Formenbaubetrieb an der Friedrich-List-Straße nicht erst vorbeischauen können, was wirklich los ist.

Fährmann: „Bei Fehlalarmen waren wir bisher kulant und haben, wenn uns die betreffende Firma als Feuerwehr auch unterstützt hat, ein- bis zweimal nichts in Rechnung gestellt.“ Das sei mit der neuen Satzung jetzt anders. Allerdings: Die Satzung legt auch fest, dass nur für die wirklich zum Einsatz gekommenen Kameraden und Fahrzeuge Stundensätze aufgeschrieben werden dürfen, so der Wehrleiter.

Auch die mitunter vorkommenden Sondereinsätze, wenn im Sommer Bienenschwärme die Bürger verunsicherten oder Nachbars Katze sich nicht wieder vom Baum runter traut, hätten die Kameraden bisher kaum in Rechnung gestellt. Das sei nun vorbei. Auch deshalb, so die Feuerwehr, weil die betreffenden Kameraden ja nicht selten von der Arbeit für die Einsatzzeit freigestellt werden müssen. Roland Fährmann: „Solche Ausfallstunden werden uns und der Stadt aufgelistet.“ Die Stadt habe diesen Stundenausfall bisher beglichen.

Und es kommt noch dicker. Auch für Einsätze von Feuerwehren aus Nachbargemeinden muss bezahlt werden. Nicht selten rücken, wie etwa im Gewerbegebiet Naundorf, Kameraden aus Coswig oder gar Weinböhla mit an. Die Nachbarorte stellen dann der Stadt Radebeul eine Rechnung und die reicht die Summe an den Verursacher weiter.

Ausgenommen, so Roland Fährmann, von all diesen Kosten sei freilich der ganz normale Brandeinsatz. Wenn das Einfamilienhaus oder die Gartenlaube in Flammen steht, dann rückt die Feuerwehr so schnell wie möglich an, löscht und verlangt dafür nichts.

Falls es künftig jemanden trösten sollte: In Dresden ist die Berufsfeuerwehr noch viel teurer. Ein Kamerad eine Stunde im Einsatz kostet über 50 Euro, ein Löschzug 800 Euro, zwei Löschzüge etwa 1 200 Euro.

www.radebeul.de