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Feuerwehr sichert am Kornhaus

Die Kameraden rückten Montag zu dem vom Sturm schwer beschädigten Kornhaus aus.

© Archiv/Claudia Hübschmann

Meißen. Lose Dachziegel im Schneefanggitter des historischen Kornhauses neben der Albrechtsburg haben am Montag zu einem Einsatz des Drehleiterwagens der Freiwilligen Feuerwehr Meißen geführt. Das geht aus einem Bericht der Wehr hervor, die per Telefon alarmiert wurde.

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Es dürfte sich bei der Maßnahme um eine sogenannte Ersatzvornahme gehandelt haben. In diesem Fall lassen die Stadt oder andere auch Behörden eine Gefahrenstelle sichern, um die sich der zuständige Eigentümer nicht kümmert. Die Kosten werden diesem dann anschließend in Rechnung gestellt.

Besitzer des mit seinen Anfängen bis ins Mittelalter zurückreichenden Gebäudes ist seit mehr als zehn Jahren die von dem Innsbrucker Anwalt Cesare Geat vertretene Venere GmbH. Diese wurde von insgesamt vier italienischen Gesellschaftern gegründet, um im Kornhaus ein Hotel einzurichten. Die Pläne scheiterten allerdings an der Finanzierung und einem fehlenden Betreiber. Hinzu kommt, dass die italienische Justiz zwischenzeitlich gegen zwei Venere-Gesellschafter ermittelte.

Der Bauunternehmer Michele Panico und sein Sohn Mario Panico sollen beim Bau eines Ikea-Einkaufszentrums im Großraum Neapel betrogen haben.

Rechtsanwalt Geat wies diese Vorwürfe zurück. Wiederholte Anzeigen im Internet mit Angebotspreisen von bis zu fünf Millionen Euro deuten unterdessen darauf hin, dass die Italiener die Immobilie gern mit einem satten Gewinn veräußern möchten.

Im Dezember vergangenen Jahres war aus dem Rathaus durchgesickert, dass die Stadt plant, den Druck auf die Venere GmbH zu erhöhen. Verschärfend kommt nun hinzu, dass Orkantief Friederike Teile des Daches abgedeckt hat und das Innere des Gebäudes damit schutzlos Regen, Schnee und Wind ausgesetzt wird.

Begrüßt wird das aktive Vorgehen der Stadt vom Zahnrad-und-Zylinder-Verein, der versucht, das Kornhaus kulturell zu beleben. (SZ/pa)