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Feuerwehr unter Hochspannung

Die Kameraden sollen auch bei Stromunfällen helfen, sich dabei aber nicht selbst gefährden. Mitnetz-Experten klären dazu auf.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Die Aufgaben der Feuerwehrleute werden immer vielfältiger und komplexer. Die Männer und Frauen sollen sich mit der Brandbekämpfung auskennen, das ist klar. Doch auch dabei sind immer mehr Dinge zu beachten. Denn wenn ein Haus brennt, auf dem sich zum Beispiel eine Solaranlage befindet, ist mehr Fachkenntnis erforderlich. Diese erwerben die Feuerwehrmänner und -frauen bei solchen Ausbildungsdiensten wie am Montagabend im Umspannwerk in Zollschwitz vor den Toren der Stadt Leisnig.

Dieses Miteinander ist auch den Experten des Energieversorgers Mitnetz Strom wichtig. Denn die Feuerwehrleute sind in fast allen Notfällen und Havarien die Ersten, die gerufen werden und vor Ort sind. Das weiß auch Mitnetz: „Um in einer Gefahrensituation zügig und sicher vorzugehen, ist die Unterstützung von Dritten notwendig“, so die Mitnetz-Strom-Sprecherin Evelyn Zaruba. Für die Feuerwehr sei der Einsatz an elektrischen Anlagen allerdings keineswegs eine alltägliche Situation. Wichtig sei es daher, den Ersthelfern die technischen Besonderheiten und Risikoquellen aufzuzeigen. „In den letzten Jahren ist vor allem die Zahl der erneuerbaren Energieanlagen wie Photovoltaik- oder Windkraftanlagen deutlich gestiegen. Damit sind auch neue Sicherheitsrisiken verbunden, auf die die Einsatzkräfte vorbereitet werden müssen“, so Zaruba. Außer einer Reihe von Windmühlen in den Ortsteilen Leisnigs gibt es dort auch größere Solarfelder. Diese befinden sich in den Gewerbegebieten Marschwitz und Nicollschwitz. Am Rande von Leisnig wird ebenfalls Sonnenergie geerntet und genutzt.

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„Wir wollen die Feuerwehrleute für Gefahren sensibilisieren, die an solchen Einsatzstellen entstehen können“, erklärt Marcel Klauk. Er ist als Sicherheitsfachkraft bei der Mitnetz Strom beschäftigt. „Das sichere und effektive Beheben einer Störung ist entscheidend. Die richtige Vorgehensweise, die wir hier erklären, kann im Ernstfall Leben retten.“

Nicht zuletzt deshalb lädt der Netzbetreiber jedes Jahr insgesamt 50 Freiwillige Feuerwehren in seinem Einzugsgebiet zu thematischen Schulungen ein. „In der Region Westsachsen sind die Feuerwehren bei rund fünf Prozent der Störungsfälle von uns im Einsatz“, teilt Evelyn Zaruba mit. Dabei sichern die Ersthelfer größtenteils Gefahrenstellen ab. In einigen Fällen leiten die Feuerwehrleute aber auch den Verkehr oder schneiden Freileitungen frei, wenn Bäume dort hineingestürzt sind. In diesem Jahr ist das häufiger nach Stürmen oder heftigem Regen passiert.

Ein relativ neues Aufgabenfeld für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ist die Hilfeleistung nach Unfällen, an denen Elektroautos beteiligt sind. Auch das ist am Montag bei der Ausbildung in Zollschwitz eines der angesprochenen Themen gewesen.