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Der etwas andere Feuerwehr-Einsatz

Von Kartoffelsuppe bis Eiszapfen: Bautzens Feuerwehr berichtet am Tag des Notrufes auf Twitter zwölf Stunden lang über ihren Alltag - mit besonderen Einblicken.

Paul Stübner von der Bautzener Feuerwehr und seine Kollegen berichteten am Donnerstag über die Einsätze der Kameraden auf Twitter.
Paul Stübner von der Bautzener Feuerwehr und seine Kollegen berichteten am Donnerstag über die Einsätze der Kameraden auf Twitter. © Steffen Unger

Bautzen. Die Feuerwehr Bautzen hatte am Donnerstag einen ganz besonderen Einsatz. Denn die Kameraden und Kameradinnen beteiligten sich am sogenannten „Twitter-Gewitter“. Über den bekannten Kurznachrichtendienst gaben sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Zwölf Stunden lang berichteten sie live.

Unter anderem ließen die Kameraden die Internet-Gemeinde an mehreren Einsätzen teilhaben. So musste die Feuerwehr die Dächer der Gottlieb-Daimler-Oberschule und der Max-Militzer-Grundschule von Schneedecken befreien. Bei der Fahrt durch die Bautzener Altstadt zeigten sie auch gleich, dass es gerade bei diesem Wetter an vielen Stellen unmöglich ist, mit den Einsatzfahrzeugen durchzukommen.

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In der Innenstadt haben die Feuerwehrleute Dachrinnen von Eiszapfen befreit. Sie drohten, auf den Gehweg zu stürzen. Auch an der Friedensbrücke mussten sie Eiszapfen entfernen. Dabei machten sie einen Schnappschuss von Bautzen.

Außerdem erzählten die Kameraden beim Twitter-Gewitter, was es zum Mittagessen gab. „Kartoffelsuppe stand heute auf dem Speiseplan. Die hat sehr gut geschmeckt“, sagt Paul Stübner, Sprecher der Berufsfeuerwehr Bautzen, mit einem Lächeln.

Nickligkeiten mit anderen Feuerwehren

Auch Nickligkeiten mit anderen Feuerwehren wurden beim Twitter-Gewitter ausgetauscht. Paul Stübner klärt auf: „Die Interaktion mit anderen Feuerwehren ist uns extrem wichtig. Natürlich nimmt man sich dabei oft gegenseitig auf den Arm und unterhält so die Leute. Kein Spaß ist da ernst zu nehmen.“

So durfte auch die kleine Anspielung auf den DDR-Kinderbuch-Klassiker „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ nicht fehlen. Während das schwarze Getränk bei der Bautzener Feuerwehr dank Thermoskanne schön warm blieb, wurde bei den Berufskollegen aus Leipzig aufgrund der vielen Einsätze nur die kalte Variation getrunken.

Doch neben den Neckereien gab es auch ernste Themen. Die Feuerwehr klärte auch über Rauchmelder auf. Besonders in der letzten Zeit habe es viele Einsätze gegeben, bei denen Bewohner erst durch den Piepton des Rauchmelders auf ein Feuer aufmerksam wurden.

Wie muss man im Notfall reagieren?

Auch die Frage „Was passiert, wenn ich eine Person ohne Vitalfunktion auffinde?“ wurde beantwortet. „Wir haben dazu einen Notruf nachgespielt und erklären den Zuschauern so, wie sie sich bei einem Notfall zu verhalten haben“, sagt Paul Stübner.

Mit dem europaweiten Aktionstag wollen die Rettungsdienste die Bürger für das Thema Notruf sensibilisieren. „Viele rufen noch immer zuerst die Polizei an, und die leitet es dann erst an uns weiter. Aber so können wichtige Minuten fehlen, um den Menschen vor Ort zu helfen“, erklärt Paul Stübner.

Auch werde oft der falsche Notruf gewählt. „Es wird die 112 gewählt, obwohl der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117 die bessere Wahl wäre“, nennt Paul Stübner ein Beispiel.

So solle man die 112 nur bei lebensbedrohlichen Beschwerden wählen. Das sind zum Beispiel Bewusstseinsstörungen, Ohnmacht oder akute Atemnot. Der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst hilft dagegen bei plötzlich auftretenden Beschwerden oder kleineren Verletzungen, zum Beispiel Erkältungen, Kopf- oder Halsschmerzen.

Um die Vorteile der europaweiten Notrufnummer 112 bekannter zu machen, hat das Europäische Parlament 2009 den 11. Februar als offiziellen "Europäischen Tag des Notrufs 112" benannt. Seit drei Jahren beteiligen sich Feuerwehren und Polizei mit vielen Tweets über ihre Einsätze an dem Aktionstag, auch die Bautzener.

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