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Was Brandstifter am Spitzberg anrichteten

Erst haben Borkenkäfer seinen Wald teilweise vernichtet, nun Unbekannte fast wieder: Doch Klaus Hubrig gibt sein Lebenswerk in Oderwitz nicht auf.

Auf dieser Stelle am Spitzberg lag der Reisighaufen, den Unbekannte anzündeten.
Auf dieser Stelle am Spitzberg lag der Reisighaufen, den Unbekannte anzündeten. © Matthias Weber/photoweber.de

Nur noch verkohlte Reste sind vom Reisighaufen übrig geblieben. "Wer macht so einen Blödsinn?", fragt Klaus Hubrig, der an diesem Dienstag die Schäden am Oderwitzer Spitzberg erfasst. Ihm gehören hier zwölf Hektar Wald und damit der größte Teil. Nicht nur der Haufen ist verbrannt, auch darum stehende, junge Tannen und Lärchen sind vom Feuer betroffen. Sie hat der 62-Jährige erst im Frühjahr angepflanzt. "Die Bäume waren gut angewachsen."

Am späten Montagabend müssen Unbekannte den Reisighaufen angezündet haben - just an dem Tag, an dem vielerorts die Sonnenwende mit großen Feuern gefeiert wird. Dass keine Selbstentzündung vorlag, davon ist auch Alexander Pollier überzeugt. Der Oderwitzer Gemeindewehrleiter war mit seinen Kameraden als Erstes am Einsatzort, nachdem die Rettungsleitstelle gegen 23 Uhr die Alarmierung ausgelöst hatte. Das Stichwort lautete "Waldbrand". Deshalb rückten zeitgleich auch die Zittauer Feuerwehrleute an.

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Für den Erstangriff standen 8.500 Liter Wasser in den Tanks der Löschfahrzeuge bereit. Mit zwei Strahlrohren gingen die Kameraden gegen den Brand vor. Dort gehen in einer Minute 400 Liter durch. Doch ein schneller Löscherfolg stellte sich nicht ein. Der Grund: Der Reisighaufen war zehn Meter im Durchmesser und darin befanden sich auch glühende Baumstümpfe. "Wir brauchten also mehr Wasser, um das Feuer komplett aus zubekommen", sagt der Einsatzleiter. Und das war das Entscheidende. "Es ging ein leichter Wind, der Funken auf den Waldboden sprühte", berichtet Alexander Pollier mit Blick auf eine mögliche Ausbreitung des Brandes.

Aufgrund dessen wurden zusätzlich die Feuerwehren aus Walddorf und Ruppersdorf alarmiert. Am Ende kamen sieben Fahrzeuge und 40 Kameraden zum Einsatz, die das Wasser aus einem Hydranten entnahmen - und im Pendelverkehr zwischen B96 und Spitzberg fuhren.

Nach rund 90 Minuten konnte der Brand gelöscht werden. Mit einer Wärmebildkamera suchten die Oderwitzer Kameraden anschließend noch nach Glutnestern. Erst gegen 2 Uhr waren sie wieder im Depot. Die Zusammenarbeit mit den Wehren hätte sehr gut funktioniert, sagt der Gemeindewehrleiter. Doch lieber verzichte er auf einen solchen Vorfall, der viele Kräfte auf einmal binde und Schäden verursache. "Was gibt das den Leuten?", fragt sich der Einsatzleiter.

Klaus Hubrig will Anzeige bei der Polizei erstatten, die von sich aus schon wegen Brandstiftung ermittelt. Viel verspricht sich der 62-Jährige aber nicht davon. Und eine Versicherung besitzt er nicht, die für den noch nicht bezifferten Schaden aufkommt. Dabei hat den schon der Borkenkäfer genug hinterlassen. Stellenweise half nur noch der Kahlschlag. Einige Tausend Tannen, Lärchen, Fichten und Eichen hat der Eigentümer mithilfe seiner Familie seit 2019 auf den Flächen gepflanzt, die seit Generationen in Familienbesitz sind. "Und dann kommen irgendwelche Idioten", sagt der Eigentümer über die Brandstifter. Im Herbst oder Frühjahr will er die Brandstelle mit neuen Bäumen bestücken. Immerhin ist der Wald sein Lebenswerk. Eine Geldanlage, von der nun frühestens die Enkel etwas haben werden. "Wenn nicht noch etwas dazwischen kommt."

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