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Wie Dresdens Feuerwehr im Katastrophengebiet hilft

Die Kameraden sind in den von der Flut schwer betroffenen Orten Schuld und Ahrweiler im Einsatz. Was sie zu tun haben und ob nun in Dresden Retter fehlen.

Auf dem Hof in Übigau versammelten sich die Dresdner vor ihrer Abfahrt ins Katastrophengebiet.
Auf dem Hof in Übigau versammelten sich die Dresdner vor ihrer Abfahrt ins Katastrophengebiet. © Archiv/Roland Halkasch

Dresden. Abmarsch war am Dienstag. Etwa eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bekam die Dresdner Feuerwehr den Einsatzbefehl: Helfen im Katastrophengebiet. 128 Helfer und Retter rückten mit 24 Fahrzeugen in Übigau aus und machten sich auf den Weg in den Landkreis Ahrweiler. Reichlich 560 Kilometer mussten sie fahren - bis zum Nürburgring.

Die Rennstrecke ist "Bereitstellungsraum" nahe dem Katastrophengebiet. Das heißt, von dort rücken Feuerwehren, Rettungsfahrzeuge, die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk zu ihren Einsätzen in die Orte aus, in denen aufgeräumt, wiederaufgebaut und die Bevölkerung versorgt werden muss. Dort sind inzwischen 33 Fahrzeuge aus Dresden stationiert.

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Michael Klahre, Sprecher im Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamt, ist nicht mitgefahren. Er hält von Übigau aus Kontakt mit den Kollegen im Krisengebiet, darunter Personal der Berufsfeuerwehr, Brandschützer der Stadtteilfeuerwehren, ehrenamtliche Helfer und die 24. Medizinische Taskforce. Sie würden unter anderem in der Stadt Ahrweiler und den Orten Schuld und Dernau eingesetzt, berichtet Klahre am Donnerstag.

Die Aufgabe der Dresdner: Sie müssen den "Feuerwehr-Grundschutz" sicherstellen, also im Notfall die klassischen Aufgaben der Feuerwehr übernehmen, Brände löschen. Außerdem sind sie im Einsatz, um Schlamm aus Häusern und von den Straßen zu beseitigen. "In Schuld wird die Bereitstellung von Brauchwasser durch Wassertransport sichergestellt", sagt Klahre. Ein Dresdner Stützpunkt in Ahrweiler sichere außerdem die Sanitäter-Grundversorgung in einem Teil der Stadt ab.

Wie lange die Dresdner dort bleiben, steht noch nicht fest. Dresden sei "auf einen langfristigen Einsatz" vorbereitet, sagt Klahre, also mehr als nur ein paar Tage. "Die Entscheidung über die Dauer liegt bei der Einsatzleitung in Ahrweiler."

Wer als freiwilliger Feuerwehrmann vor Ort ist, musste dafür von seinem Arbeitgeber wie bei einem Einsatz in Dresden freigestellt werden, der seine Aufwendungen dafür bei der Stadt geltend machen kann und die Lohnfortzahlungskosten ersetzt bekommt, so Klahre. "Die abgeordneten Kräfte der Berufsfeuerwehr erhalten weiterhin ihre Besoldung, die von der tatsächlichen Arbeitszeit unabhängig ist."

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Obwohl nun Löschkräfte, Retter und Fahrzeuge in Dresden fehlen, müssen sich die Menschen in der Landeshauptstadt keine Sorgen machen. "Die Abordnung der Feuerwehrbereitschaft erfolgte im Wesentlichen mit Reservetechnik und speziell für den Katastrophenfall vorgesehenen Einheiten zur externen Unterstützung", sagt Klahre. Die seien mit einigen Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Dresden ergänzt worden. Weil es auch im Normalbetrieb - also ohne solche Hilfseinsätze - "Überdeckungen der Zuständigkeitsbereiche gebe", sei die tägliche Gefahrenabwehr in Dresden gesichert. Es gibt nur eine Ausnahme. "Sollte es jetzt plötzlich in der Landeshauptstadt zu einer Katastrophenlage kommen, müssten freilich die entsandten Kräfte zurückbeordert werden, da sie dann hier benötigt werden."

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