Update Deutschland & Welt
Merken

Fassadeneinsturz in Hamburg: Hier kam es zur Explosion

Nach dem Einsturz einer Hauswand und zwei Verletzten in Hamburg ermittelt die Polizei zur Ursache. Erste Erkenntnisse gibt es bereits.

Von Erik-Holm Langhof
 3 Min.
Teilen
Folgen
Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) tragen Trümmerteile vor einem Haus in Hamburg ab, dessen Fassade eingestürzt ist.
Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) tragen Trümmerteile vor einem Haus in Hamburg ab, dessen Fassade eingestürzt ist. © Bodo Marks/dpa

Hamburg. Nach dem von einer Explosion ausgelösten Einsturz einer Fassade eines Mehrfamilienhauses in Hamburg am Donnerstag dauern die Ermittlungen an. "Da ein Statiker das Betreten des Wohnhauses untersagt hat, kann es vorerst nicht weiter untersucht werden", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Das Technische Hilfswerk müsse deshalb zunächst mit entsprechendem Material das Haus im Hamburger Stadtteil Ottensen stützen. Wann das ankommt, war zunächst unklar. Erste Arbeiten zur Absicherung des Treppenhauses, des Kellers und der drei Geschosse hatten Feuerwehr und THW eigenen Angaben zufolge bereits am Donnerstagabend begonnen.

Wodurch die Explosion am Donnerstagmorgen in dem dreigeschossigen Haus ausgelöst wurde, ist deshalb weiterhin ungeklärt. Das Haus hat einen Gasanschluss, der auch vorsorglich von Mitarbeitern des Energieversorgers und den Einsatzkräften abgeklemmt wurde. Ob er der Grund für die Explosion war, steht weiterhin nicht zweifelsfrei fest.

Es deute jedoch einiges darauf hin, dass der Keller der Explosionsort ist, sagte ein Polizeisprecher. "Da ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es dort tatsächlich stattgefunden hat." Die Ermittler wollen nun auch die Bilder auswerten, die Drohnen und Polizeikameras vom und im Haus gemacht hatten.

Mehr als 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Auch das THW wurde hinzugezogen.
Mehr als 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Auch das THW wurde hinzugezogen. © Bodo Marks/dpa

Stadt Hamburg will Betroffene unterstützen

Tausende Ziegelsteine lagen am Donnerstag auf der Straße verstreut, ein Handwerkerauto war unter den Trümmern begraben. Das Haus glich einem überdimensionalen Puppenhaus, in das man von außen schauen konnte.

Wie der Sprecher der Feuerwehr Hamburg Marin Schneider noch vor Ort mitteilte, sei eine Person bei dem Unglück schwerstverletzt worden, die noch vor Ort durch einen Notarzt betreut wurde. Sie kam anschließend mit Verbrennungen zweiten bis dritten Grades in eine Spezialklinik.

Ein zweiter Mann habe sich zudem leicht an der Hand verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion seien vier Menschen in dem Haus gewesen, darunter keine Kinder. Die oberen beiden Etagen des Hauses seien dem Feuerwehrsprecher zufolge komplett eingestürzt und hätten sich auf der Straße verteilt.

Mehr als 80 Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei waren vor Ort. Auch das Technische Hilfswerk (THW) rückte an, um die Statik des Hauses zu prüfen. Unter anderem flogen die Einsatzkräfte mit einer Drohne über die Einsatzstelle.

Am Ort suchten auch Tiere der Rettungshundestaffel in den Trümmern auf der Straße nach Verletzten. "Wir wollten ausschließen, dass da noch einer drunter liegt." Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreute außerdem Anwohner sowie mehrere Zeugen, Passanten und Handwerker.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigte sich am Donnerstagnachmittag betroffen. "Die Stadt wird den Betroffenen helfen, wo es geht", sagte er. Zu dem Schwerverletzten erklärte Tschentscher am Nachmittag: "Er ist jetzt außer Lebensgefahr, und ich wünsche ihm gute Genesung." (mit dpa)

Aktualisiert am 3. Dezember 2021, 11.20 Uhr