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Langes Warten aufs neue Feuerwehr-Haus

Zwei Jahrzehnte ist es ein Wunsch der Jänkendorfer Kameraden. Jetzt hat die Ortswehr ein neues Depot bekommen - das modernste in Waldhufen.

Die Ortswehr Jänkendorf nimmt ihr neues Feuerwehrhaus im Gewerbehof in Besitz. Bürgermeister Horst Brückner übergibt den symbolischen Schlüssel an Wehrleiter Sylvio Bachmann.
Die Ortswehr Jänkendorf nimmt ihr neues Feuerwehrhaus im Gewerbehof in Besitz. Bürgermeister Horst Brückner übergibt den symbolischen Schlüssel an Wehrleiter Sylvio Bachmann. © SZ/Steffen Gerhardt

Groß ist die Freude der Jänkendorfer Feuerwehrleute über ihr neues Haus. Groß soll die Übergabe zum Tag der Deutschen Einheit gefeiert werden. Aber Corona lässt nur eine kleine Feier zu. Sie fand am Sonnabend im Gewerbehof statt. Denn dort steht das neue Feuerwehrhaus für die Jänkendorfer Ortswehr. 

Zu der Freude mischt sich auch Stolz, denn die Jänkendorfer haben jetzt das modernste Depot unter den vier Ortswehren der Gemeinde Waldhufen. Aber darauf mussten sie lange warten. Als 2004 das neue Einsatzfahrzeug mit dem Stern am Kühler auf den Hof rollte, verband sich damit der Wunsch und die Erwartung, dass dem neuen Auto auch ein neues Haus für Auto und Kameraden folgt.    

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Abriss und Neubau

Es folgte aber erst 15 Jahre später. Dann ist Jänkendorf an der Reihe gewesen und der Fördertopf wurde 2018 für das Vorhaben geöffnet. Leicht ist es Verwaltung und Feuerwehr zunächst nicht gefallen, einen geeigneten Standort gemeinsam zu finden. Schließlich einigte man sich auf den Gewerbehof und legte Anfang Juli 2019 den Grundstein. Dort wurden eine Werkstatthalle und eine Lagerhalle kürzer gemacht, um Platz für das neue Feuerwehrhaus zu haben. Ursprünglich sollte die Fahrzeughalle für das Löschfahrzeug in die Werkstatthalle integriert werden, letztendlich wurde auf Abriss und Neubau entschieden. Bürgermeister Horst Brückner sagt, dass das gesamte Gebäude ein Neubau ist, bestehend aus drei Teilen: Fahrzeughalle, Durchgang und den Sozialtrakt.    

Einen hellen und großen Schulungsraum haben jetzt die Jänkendorfer Kameraden. Und auch eine Küche ist für sie vorhanden.
Einen hellen und großen Schulungsraum haben jetzt die Jänkendorfer Kameraden. Und auch eine Küche ist für sie vorhanden. © SZ/Steffen Gerhardt
Mit dem Zustand im alten Feuerwehrhaus nicht zu vergleichen. Zwei beheizte Umkleideräume mit Duschen haben die Männer und Frauen fortan.
Mit dem Zustand im alten Feuerwehrhaus nicht zu vergleichen. Zwei beheizte Umkleideräume mit Duschen haben die Männer und Frauen fortan. © SZ/Steffen Gerhardt
In dieser Fahrzeughalle parkt das Einsatzfahrzeug der Jänkendorfer Ortswehr. 
In dieser Fahrzeughalle parkt das Einsatzfahrzeug der Jänkendorfer Ortswehr.  © SZ/Steffen Gerhardt
Die Autobahn ist inzwischen auch das Revier der Jänkendorfer Wehr. Technische Hilfeleistung war am 26. Mai bei diesem schweren Unfall zwischen dem Tunnel und der Anschlussstelle Nieder Seifersdorf. gefordert.  Hier musste der schwer verletzte Fahrer aus dem Pkw  befreit werden. 
Die Autobahn ist inzwischen auch das Revier der Jänkendorfer Wehr. Technische Hilfeleistung war am 26. Mai bei diesem schweren Unfall zwischen dem Tunnel und der Anschlussstelle Nieder Seifersdorf. gefordert.  Hier musste der schwer verletzte Fahrer aus dem Pkw  befreit werden.  © FFw Jänkendorf

Der Wert liegt im Inneren der Gebäudeteile: Zwei Umkleideräume mit jeweils Dusche und WC, der Wehrleiter hat ein eigenes Büro und für die Kameraden steht ein großer Schulungsraum mit offener Küche zur Verfügung. Auch eine geforderte Entkontaminierungsschleuse für die Schutzausrüstung ist zwischen Fahrzeughalle und Umkleide ist  vorhanden. Alles Dinge, die in dieser Form im bisherigen Feuerwehrhaus nicht oder nur vom Ansatz her vorhanden waren, wie Ortswehrleiter Sylvio Bachmann berichtet.  

Eine starke Jugendfeuerwehr

Ob Hitze oder Frost, umgezogen werden musste sich in der Garage des Fahrzeuges. Es gab keine Heizung in dem Haus, nur eine mehr provisorisch eingebaute Toilette und ein kleiner Schulungsraum. Diese "Errungenschaften" haben sich die Kameraden selbst geschaffen. "Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt unter sehr guten Bedingungen unseren Dienst versehen können", sagt der Wehrleiter mit Blick auf das neue Feuerwehrhaus. 17 aktive Kameraden zählt die Ortswehr. Dazu kommen 16 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung sowie elf junge Brandschützer in der 2009 wieder ins Leben gerufenen Jugendfeuerwehr.  

Da die Feuerwehr so einen guten Zulauf von Kindern und Jugendlichen hat, dürfte es an künftigen Feuerwehrleuten nicht mangeln. Vorausgesetzt, Lehre oder Studium treiben die jungen Leute nicht aus Jänkendorf fort. Dabei stehen die Jänkendorfer nicht allein da. Die Thiemendorfer haben ebenfalls eine starke Nachwuchstruppe und in Diehsa gibt es immerhin eine Handvoll interessierte junge Brandschützer. Sie absolvieren mit den Jänkendorfern zusammen ihre Ausbildung. Zudem kann Waldhufen seit vier Jahren  eine Kinderfeuerwehr vorzeigen. Dort lernen Knirpse bis acht Jahre unter pädagogischer Anleitung einer Kita-Erzieherin spielerisch die Aufgaben einer Feuerwehr kennen.     

Aus so einem engen Geflecht entwickeln sich Traditionen, wie die Familie Bachmann zeigt. Bevor Sylvio Bachmann 2013 die Wehrleitung übernahm, führte sein Vater Günter die Jänkendorfer Kameraden 20 Jahre lang. Aber auch Sylvios Großvater diente in der Ortswehr und jetzt sind es eine Tochter und ein Sohn, die die Familientradition in der Jugendfeuerwehr fortsetzen. Am Sonnabend haben die Kameraden die Einweihung ihres neuen Feuerwehrhauses gefeiert. Die nächste große Feier steht in drei Jahren an: Dann kann die Jänkendorfer Wehr auf 100 Jahre ihres Bestehens zurückblicken.    

Update: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass Sylvio Bachmann der Vater von zwei Söhnen ist. Richtig ist, dass er einen Sohn und eine Tochter hat. Wir bitten das zu entschuldigen.

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