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Was zum Großbrand in Dresden bekannt ist

In einem Industriegelände in der Albertstadt ist am Donnerstag ein Feuer in einer Gas-Abfüllanlage ausgebrochen. Der Sturm erschwerte die Löscharbeiten.

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Eine Abfüllanlage für Flüssiggas stand am Donnerstagmorgen in Dresden in Flammen. Schwarzer Rauch zog stadtauswärts.
Eine Abfüllanlage für Flüssiggas stand am Donnerstagmorgen in Dresden in Flammen. Schwarzer Rauch zog stadtauswärts. © Feuerwehr Dresden

Dresden. Bereits auf der Fahrt zum Brandort kann die Feuerwehr die schwarze Rauchsäule im Dresdner Norden sehen. An der Straße Am Kohlenplatz brennt am Donnerstagmorgen eine Abfüllanlage für Flüssiggas lichterloh. Die Straße befindet sich im Industriegelände nahe der Königsbrücker Straße. Immer wieder kommt es zu Explosionen, dichter Rauch breitet sich aus, weshalb Anwohner in der Albertstadt und in Klotzsche Fenster und Türen geschlossen halten und Belüftungs- und Klimageräte abschalten sollen. Zwischenzeitlich wird auch über die Nina-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor der Rauchentwicklung gewarnt.

Wegen des Rauchs und auch der Explosionen können die Löscharbeiten nur aus größerer Entfernung und aus einer Deckung heraus gestartet werden, berichtet Feuerwehrsprecher Michael Klahre vom Einsatz. Mit mehreren Strahlrohren und Wasserwerfern gehen die Brandschützer gegen die Flammen vor. Ziel ist dabei zunächst, die Ausbreitung des Brandes auf weitere Gebäude und Fahrzeuge zu verhindern.

Die schwarze Rauchsäule war weithin sichtbar.
Die schwarze Rauchsäule war weithin sichtbar. © Roland Halkasch

Dann setzt die Feuerwehr Lösch-Schaum ein, um Anlagen vor Ort zu kühlen und die Wirkung der Brandbekämpfung zu erhöhen. Rund 70 Feuerwehrleute aus allen Wachen der Dresdner Berufsfeuerwehr sind im Einsatz. Damit notfalls bei anderen Einsätzen an diesem Tag genügend Brandschützer und Helfer zur Verfügung stehen, besonders wegen des gleichzeitig stärker werdenden Sturms, werden weitere Stadtteilfeuerwehren in Alarmbereitschaft versetzt.

Gegen 10 Uhr ist das Schlimmste vorbei, das Feuer in der Abfüllanlage unter Kontrolle. Mitarbeiter der betroffenen Firma sind nicht verletzt worden, mehrere hätten aber in Sicherheit gebracht werden müssen, berichtet die Polizei später.

Im Laufe des Vormittags entfacht der Sturm jedoch immer wieder kleine Brände an der Abfüllanlage, weshalb der Einsatz in der Albertstadt noch längere Zeit nicht komplett beendet ist. In dem 30 mal 30 Meter großen Gebäude muss weiter gelöscht werden. Dazu ist es auch nötig, das Dach zu öffnen.

Die Straßenbahnen fahren auf der Königsbrücker Straße jetzt aber wieder durch, melden die Dresdner Verkehrsbetriebe am Vormittag. Die Straße ist wegen des Einsatzes zwischen Fabricestraße und Moritzburger Weg für den Verkehr gesperrt worden, Bahnen wurden umgeleitet. Die Linie 7 fuhr von Pennrich kommend in Richtung Weixdorf ab dem Albertplatz weiter zum Bahnhof Neustadt, zur Anton-/Leipziger Straße, über den Carolaplatz und den Pirnaischen Platz zur Endhaltestelle in Plauen. Das heißt, die Verbindungen zwischen Weixdorf und der Innenstadt (Linie 7) und von Hellerau ins Zentrum (Linie 8) waren gekappt.

Auch der Bereich Hermann-Mende-Straße, Am Lagerplatz und Am Kohlenplatz war voll gesperrt. Die Eisenbahnstrecke nach Klotzsche war nicht betroffen. Erst gegen 15 Uhr ist der Brand endgültig gelöscht und der Einsatz für die Feuerwehrleute beendet. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.