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Wehren im Landkreis sind für das Jahresende gerüstet

Sieben Kommunen melden eingeschränkte Einsatzbereitschaft. Aber der Kreisbrandmeister gibt Entwarnung.

Von Gabriele Fleischer
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Trotz der Corona-Ausfälle auch bei den Feuerwehren im Landkreis: Kreisbrandmeister Karsten Neumann sieht die Einsätze zum Jahresende nicht gefährdet.
Trotz der Corona-Ausfälle auch bei den Feuerwehren im Landkreis: Kreisbrandmeister Karsten Neumann sieht die Einsätze zum Jahresende nicht gefährdet. © Norbert Millauer

Auch an den mehr als 4.000 Mitgliedern der 36 Gemeindefeuerwehren mit ihren derzeit insgesamt 189 Ortswehren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Wie die Einsätze gerade jetzt in der Adventszeit und zum bevorstehenden Jahreswechsel dennoch gemeistert werden können, darüber hat Sächsische.de mit Kreisbrandmeister Karsten Neumann gesprochen.

Herr Neumann, Advent und Jahreswechsel in Corona-Zeiten, das heißt auch, dass sich noch mehr in Innenräumen und Privatwohnungen abspielt als sonst. Befürchten Sie dadurch mehr Brände als in anderen Jahren in dieser Zeit?

Nein. Zwar nehmen laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Brände in dieser Zeit um etwa 40 Prozent zu, aber für unseren Landkreis kann ich das so nicht 1:1 bestätigen. Ich hoffe, dass dies auch in diesem Jahr so bleibt. Die jährlich durchschnittlich 350 Brände, zu denen wir ausrücken, haben sich bisher übers Jahr verteilt. In den Sommermonaten sind es vor allem die Wald- und Flächenbrände. Aber natürlich nimmt durch brennende Kerzen in diesen Wochen das Risiko zu. Manchmal sind es Adventskränze oder auch Bäume, die in Brand geraten. In der Silvesternacht dagegen sind es oft Wiesen-, Hecken- oder Balkonbrände, meist verursacht durch unsachgemäßes Abbrennen. Durch das Feuerwerksverbot im öffentlichen Raum sollte es in diesem Jahr aber wieder etwas ruhiger zugehen.

Im vergangenen Jahr war ja die gleiche Situation. Wie war es da?

Zwischen 31. Dezember, 6 Uhr, und 1. Januar, 6 Uhr hatten wir insgesamt sechs Brände, davon zwei Mülltonnenbrände, ein Balkonbrand und ein brennender Ast, alles dem Silvestergeschehen zuzuschreiben. Das Jahr davor waren es noch 38 Brände.

Natürlich muss man auch befürchten, dass die privaten Feuerwerke in der jetzigen angespannten Situation ausufern. Sind die Wehren für alle Fälle gewappnet?

Ja, die Einsatzkräfte sind nicht nur mit entsprechender Schutzausrüstung und Technik ausgestattet. Sie haben, und das ist für den Dienst Voraussetzung, alle auch eine fundierte Ausbildung. Allein für die Grund- und Ergänzungsausbildung muss jeder Feuerwehrangehörige knapp 170 Stunden Ausbildung absolvieren, bevor er eingesetzt werden kann. Zum Jahreswechsel bleibt es bei der normalen Einsatzbereitschaft mit Alarmierung im Bedarfsfall. Lediglich in Freital hält sich ein Löschzug der freiwilligen Kräfte in der Silvesternacht in der Wache auf, um sofort ausrücken zu können. Schwerpunkt-Einsatzgebiete bleiben wie jedes Jahr die großen Städte im Kreisgebiet, also Freital, Pirna, Dippoldiswalde, Heidenau und Sebnitz.

Ist denn angesichts der Pandemie-Situation die volle Einsatzbereitschaft der Wehren überhaupt gewährleistet?

Natürlich gibt es auch bei den Wehren - wie überall – Krankheits- oder Quarantänefälle. Diese werden uns regelmäßig gemeldet. Insgesamt hatten Ende vergangener Woche sieben Kommunen darüber informiert, dass ihre Feuerwehren aufgrund von Covid-Erkrankungen und Quarantäne eingeschränkt einsatzbereit seien. Ausfälle können wir aber ausgleichen. Dafür gibt es einen entsprechenden Alarmierungsplan, nach dem wir vorgehen. Das heißt, wenn eine Wehr zu wenige Einsatzkräfte hat, sind andere Wehren im Umkreis in Bereitschaft. Bis jetzt können wir alles gut kompensieren.

Und wenn nicht?

Dann werden Wehren aus einem größeren Umkreis geordert. Das könnte dann aber auch mal etwas länger dauern. Allerdings sprechen wir hier nicht von Stunden, sondern von Minuten.

Gibt es zu solchen angespannten Zeiten wie Weihnachten und Silvester eine Art Streifendienst, wie man sie von der Polizei kennt?

Nein, aber das ist auch nicht unsere Aufgabe. Kontrollen unterliegen immer noch den Ordnungsämtern der jeweiligen Kommune und der Polizei.