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Bischofswerda

Feuerwehren proben den Ernstfall

Ein Unwetter zieht über Bischofswerda. Die Feuerwehren werden alarmiert. Zum Glück war alles nur eine Übung. Doch die war sehr hilfreich.

Im Gerätehaus der Feuerwehr Bischofswerda laufen bei der Übung alle Fäden zusammen. Von hier aus werden die Einsätze koordiniert und somit die Leitstelle entlastet. © Rocci Klein

Bischofswerda. Eine Gewitterfront aus Süd-Südwest zieht über den Landkreis Bautzen. Starke Regenfälle bis zu 50 Litern innerhalb von zwei Stunden fluten die Felder, Straßen, aber auch Keller. Der Boden ist trocken, hart, kann die ganzen Wassermassen nicht aufnehmen. Viele Bäume halten dem Sturm nicht stand und knicken um. Einige von ihnen landen auf Straßen, kippen an Häuser oder sogar auf Fahrzeuge. Zahlreiche Notrufe erreichen die Leitstelle in Hoyerswerda über die 112.

Alles Szenarien, die es so schon gab. Doch am Freitagabend handelte es sich zum Glück nur um eine Übung. Seit etwa einem Jahr gibt es für solche größeren Ereignisse so genannte ortsfeste Landesfunkstellen, die die Leitstelle in Hoyerswerda bei dem starken Aufkommen von Einsätzen unterstützt. Gerade der Funkverkehr ist bei solchen Einsätzen immer stark belegt.

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Funker gibt Aufträge weiter

Am Freitagabend waren alle Feuerwehren, die zur ortsfesten Landesfunkstelle Bischofswerda zählen, beteiligt. Neben der Freiwilligen Feuerwehr aus Bischofswerda waren die Gemeindewehren aus Schönbrunn, Geißmannsdorf, Goldbach, Weickersdorf und Großdrebnitz dabei. Ebenfalls zu dieser Leitstelle zählen die Freiwilligen Feuerwehren aus Rammenau, Frankenthal sowie die komplette Gemeindewehr aus Großharthau mit Bühlau, Seeligstadt und Schmiedefeld.

Gegen 16.45 Uhr wurde der Ablaufplan der langen Übung gestartet. Die Alarmierung der ortsfesten Befehlsstelle wurde durch die Leitstelle in Hoyerswerda herausgegeben. Zahlreiche Gemeindewehrleiter trafen im Gerätehaus Bischofswerda ein, teilten die Aufgaben zu und starteten die Technik. Das Kommando übernimmt der Einsatzleiter, der die ganze Zeit die Übersicht behalten muss. Im vorderen Bereich laufen die Faxe mit den Notrufen von der Leitstelle ein. Danach ist der Ablauf genau durchgeprobt.

Das Fax kommt an, wird dem Einsatzleiter übergeben. Dieser priorisiert alle aktuellen Einsätze nach Wichtigkeit. Sind Menschenleben in Gefahr? Muss dieser Einsatz sofort abgearbeitet werden? Sind Kräfte in der Nähe frei oder noch an einer anderen Einsatzstelle? Ist diese Frage geklärt, übernimmt ein Funker die Aufgabe der Alarmierung. Er funkt die Fahrzeuge an und übergibt den nächsten Auftrag. Gleichzeitig schreibt ein Kamerad der Feuerwehr in der Funkstelle den Einsatzauftrag an eine große Pinnwand. Hier werden Fahrzeug, Auftrag und Ort genau notiert. So haben alle eine Übersicht, welche Fahrzeuge noch auf Abruf sind und welche nicht zur Verfügung stehen.

Wetterradar wird überwacht

Zwei weitere Mitglieder bewachen zum einen das Wetterradar, zum anderen die Anfahrten zu den Einsatzstellen. Hier wird geklärt, ob Straßen gesperrt sind und wie die Anfahrtswege für die Kameraden der Feuerwehren sind. Ein genau strukturierter Ablauf, von Einsatz zu Einsatz.

Mitten in der Übung bekamen die Kameraden aus Bischofswerda auch einen scharfen Einsatz herein, der natürlich sofort die höchste Priorität bekam. Für die anderen ging es weiter: umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und Keller, aber auch Blitzschlag in einer Scheune, der einen Brand auslöste. Im Bischofswerdaer Bauamt brach zeitgleich ein Feuer aus, die Kameraden aus Bischofswerda und Geißmannsdorf mussten dort mehrere Personen aus dem Gebäude über eine Drehleiter retten.

Kurz nach 21 Uhr wurde die ortsfeste Landesfunkstelle aus Bischofswerda dann wieder heruntergefahren und an die Leitstelle in Hoyerswerda übergeben.

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