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Fichten leiden unter der Hitze

Auch die Schauer der letzten Tage helfen nicht. Perspektivisch soll die Art im Landkreis Görlitz weniger werden. Douglasien könnten sie ersetzen.

© dpa

Von Frank-Uwe Michel

Den Wäldern im Landkreis geht es derzeit nicht gut. Schuld daran ist die seit dem Frühjahr anhaltende Trockenheit, da haben auch die Regenfälle von Mittwoch und Donnerstag keine grundlegende Besserung gebracht. „Je nach Baumart ist das natürlich sehr unterschiedlich“, erklärt Kreisforstamtsleiter Peter Wilde.

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Vor allem die Fichten hätten als Flachwurzler aktuell mit großem Trockenheitsstress zu tun. So seien sie in ihrer jetzigen Situation extrem vom Borkenkäferbefall bedroht. „Sind die Bäume vital, können sie genügend Harz produzieren, das die Insekten umschließt und abtötet. Durch den lang anhaltenden Wassermangel strotzen sie nun aber nicht gerade vor Lebenskraft.“ Wilde rechnet deshalb vor allem im August und September mit einem massiven Borkenkäferbefall – insbesondere in den Königshainer Bergen, rund um Löbau und im Zittauer Gebirge, wo die Fichte tragende Baumart ist.

Die im Nordkreis vorherrschende Kiefer schafft es nach Angaben des Fachmanns, gut mit den Klimatendenzen zurechtzukommen. Rund um Weißwasser und Bad Muskau seien die Wälder außerdem mit Birken und Eichen durchsetzt. Zwischen Rietschen und Kodersdorf trete die Eiche sogar als Hauptbaumart auf.

Wachablösung im Wald

Um den in Zukunft wahrscheinlich vermehrt auftretenden Trockenperioden wirksam zu begegnen, soll der Wald im Landkreis Görlitz perspektivisch umgebaut werden. „Die Fichte ist zwar eine sehr produktive Baumart, mit der sich gutes Geld verdienen lässt. Aber vor 200 Jahren lag die Durchschnittstemperatur eben noch zwei Grad niedriger als heute“, erläutert Peter Wilde. Bis 2050 werde es deshalb eine Art Wachablösung geben, bei der die aus Nordamerika stammende Douglasie, aber auch Winterlinde und Roteiche eine größere Rolle spielen sollen. Die jeweiligen Waldeigentümer müssten dies natürlich selbst entscheiden und zwischen der positiven Ertragssituation und dem Ausfallrisiko bei den Fichten abwägen. „Immerhin werden für den Waldumbau auch Fördermittel ausgereicht“, erklärt der Experte.