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Film ab bei den Theatermachern

Der Verein bietet jetzt noch mehr Gruppen an und plant seine Geburtstagsfeier. Nur die Technik macht ihnen Sorgen.

© Archiv/Kristin Richter

Von Mareike Huisinga

Pirna. Theater muss sein, auch in Pirna. Deshalb haben die Theatermacher seit diesem Schuljahr ihr Angebot noch einmal erweitert. Neu ist die Gruppe „Pop-Dance for Kids & Teens“. Die Zehn- bis Elfjährigen tanzen Hip-Hop und entwickeln zusammen mit einer Tanzpädagogin Choreografien. Momentan besuchen sechs Mädchen die Gruppe. „Es sind aber noch Plätze frei. Wenn ältere Jugendliche mitmachen wollen, würden wir auch eine zweite Tanzgruppe aufmachen“, verspricht Jana Böhmer von den Theatermachern.

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Aber auch die Erwachsenen bekommen in diesem Jahr eine Bühne. Seit August gibt es eine Theatergruppe für die Altersklasse ab 20. Getreu dem Motto der Theatermacher „Selbst Denken, selbst ausdenken, selbst tun“ entwerfen die Mitglieder ihre Texte selber. Entstanden ist das Stück „Das Deutschsein wächst uns über den Kopf. Eine Satire.“ Auch hier gibt es kein geschlossenes Ensemble. „Wer noch mitmachen möchte, ist herzlich willkommen“, sagt Jana Böhmer.

Die Theatermacher schauen auch schon in das Jahr 2018, wofür es einen guten Grund gibt. Denn 2008 wurde der Verein Theaterpädagogisches Zentrum gegründet. Das Jubiläum soll unter anderem mit einem großen Theaterfest gewürdigt werden. Außerdem drehen die Laienschauspieler einen eigenen Film. Dafür nehmen sie während der Proben und Vorführungen Sequenzen mit ihrem Handy auf, die ab Februar vom Pirna-Fernsehen zusammengeschnitten werden.

Sorgen bereitet Jana Böhmer die Tatsache, dass sich der Verein jetzt eigene Licht- und Tontechnik anschaffen muss. „Bisher haben wir uns diese Technik inklusive Techniker für die Hauptproben und die Aufführungen geliehen. Das wird aber auf Dauer zu teuer.“ Um das Projekt zu realisieren, soll Ende Oktober eine Crowdfunding-Aktion starten.

Keine Rolle doppelt besetzt

Die Theatermacher mit ihren Plänen sind eine Pirnaer Erfolgsgeschichte, die es ohne Barbara Hirsch vermutlich nicht gegeben hätte. Sie ist die Initiatorin und gute Seele des Vereins. „Ich wollte damals ein neues soziales Projekt gründen und war mir sicher, dass man mit Kunst und Kultur Kinder und Jugendliche am besten erreicht und ihnen das im Leben hilft“, blickt die Wünschendorferin zurück. Sie ist Mitglied im Soroptimist Club Pirna, ein Zusammenschluss berufstätiger Frauen mit gesellschaftlichem Engagement.

Es blieb nicht nur bei dem Gedanken. Bei den Theatermachern konzipieren die Teilnehmer ihre eigenen Stücke, studieren sie ein und führen sie schließlich in Pirna und Umgebung auf, unter anderem in der Stadtbibliothek, im Q24 und im Tom-Pauls-Theater. Unterstützt werden sie von ausgebildeten Theaterpädagogen. „Die Jugendlichen zeigen beim Spiel ihre eigene Sicht auf die Dinge und setzen sich somit intensiv mit Themen auseinander, die sie interessieren“, erläutert Barbara Hirsch.

Grundidee ist, dass die Teilnehmer mit den Auftritten vor einem Publikum ihr Selbstbewusstsein stärken. Sie lernen, ihre eigene Meinung zu entwickeln und müssen Kompromisse finden beziehungsweise Absprachen einhalten. Es geht also auch um konstruktive Kommunikation untereinander. Und schließlich um die Übernahme von Verantwortung. „Keine Rolle bei uns ist doppelt besetzt. Wenn jemand ausfällt oder unzuverlässig ist, hat das Auswirkungen auf das gesamte Team“, berichtet Barbara Hirsch.

www.theatermacher-pirna.de