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Film-Legende filmt in Liegau

Dass es eine ganz besondere Ausstellung ist, die jetzt in der Galerie Klinger in Liegau-Augustusbad läuft, wurde schon zur Eröffnung deutlich.

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© privat

Von Bernd Goldammer

Liegau-Augustusbad. Nein, sagt Liegaus Galerist Eberhard Klinger augenzwinkernd, anbauen werde er trotzdem nicht. Dabei hätte er zur jüngsten Ausstellungseröffnung schon den einen oder anderen zusätzlichen Quadratmeter Fläche gebrauchen können. Über Hundert Interessierte waren in den modernen Flachbau an die Schönborner Straße geströmt; vor allem Kunstfans aus Dresden hatten sich dabei auf den Weg nach Liegau gemacht. Zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken der beiden Dresdner Malerinnen Gerda Lepke und Jana Morgenstern waren auch zahlreiche Künstler-Kollegen gekommen – Maler, Grafiker, Bildhauer und Musiker. Denn schon die Ankündigung dieser sozusagen Jahresend-Ausstellung hatte für Furore gesorgt. Und Eberhard Klinger war die Begeisterung darüber natürlich anzusehen. Unter die Gäste hatte sich dabei auch der bekannte Dresdener Kameramann Ernst Hirsch gemischt. Er arbeitet derzeit für die Sächsische Akademie der Künste an einer Dokumentation zu Leben und Werk von Gerda Lepke; darin wird nun auch die Ausstellung in Liegau eine wichtige Rolle spielen.

Rätsel entsehen

Wobei es natürlich vor allem die Wechselwirkung zwischen den Arbeiten der beiden Akteure der Schau ist, die den Reiz dieser besonderen Ausstellung ausmacht. Gerda Lepke und Jana Morgenstern präsentieren hier herausfordernde Bildsprachen. Künstlerische Abstraktion. Eine fesselnde Wirkung. Aquarelle von Tusche auf Vlieseline oder Japanpapier hat Gerda Lepke, die Grand Dame der Dresdner Kunstszene, in die Ausstellung eingebracht. Jana Morgenstern präsentiert ihre Arbeiten in Acryl, Tusche, Öl auf Papier oder Leinwand. Beide zeigen Werke, die Rätsel entstehen und die eine große geistvolle Welt dahinter vermuten lassen. Spannung tut sich auf.

Bis zum 13. Januar werden diese faszinierenden Arbeiten nun in der Galerie Klinger zu sehen sein. Kunstfreunde werden diese Ausstellung wohl auch nutzen, um über das eine oder andere Weihnachtsgeschenk nachzudenken. Nicht nur im nahen Dresden hat es sich ja längst herumgesprochen, dass die Galerie an der Schönborner Straße in jedem Fall eine Reise wert ist.

Sonnabend den 18. November, 11 Uhr, kommt die Lyrikerin Róža Domašcyna in die Ausstellung und liest Texte zum Künstlerbuch „Aus dem Wort“ von Gerda Lepke.