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Filmemacher rückt Crystal-Problem ins Rampenlicht

„Das richtige Leben“ von Robert Heber läuft nächste Woche im Zittauer Kino. Für den Regisseur und seine Schauspieler ist es ein Wiedersehen.

© Matthias Weber

Von Jan Lange

Schon seit 2008 geisterte Robert Heber das Thema Crystal Meth im Kopf herum. Fünf Jahre später schrieb er das Buch, aus dem 2014 sein erster Langspielfilm entstand. Nun läuft das fertige Werk mit dem Titel „Das richtige Leben“ über die Leinwände regionaler Kinos. Am 4. Februar macht Heber im Zittauer Filmpalast Station. Der 34-jährige Filmemacher bringt einen Teil seines Drehstabs mit: Jens-Uwe Bogadtke, der Tommys Vater spielt, Andre Dyllong, der als Drogendealer Rico auf der Leinwand zu sehen ist und zusammen mit Heber das Buch verfasst hat, sowie Kameramann Johannes Thieme.

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Für Heber und seine Filmkollegen ist es eine Art Wiedersehen. Der 90-minütige Streifen greift nicht nur ein Thema auf, welches in der deutsch-tschechischen Grenzregion sehr aktuell ist, ein Teil der Szenen ist auch im Landkreis entstanden. So wurde im Februar 2014 bei einer Faschingsveranstaltung der Oberlausitzer Karnevalsgesellschaft (OKG) in Neugersdorf gedreht. Diese Szenen bilden den Auftakt von „Das richtige Leben“. Große Filmproduktionen hätten Hunderte Komparsen engagiert und eine eigene Faschingsparty auf die Beine gestellt. Doch Hebers Film – es handelt sich um seine Diplomarbeit an der Potsdamer Filmhochschule – musste mit kleinem Budget auskommen. Die Schauspieler arbeiteten deshalb in den vorhandenen Szenerien. „Das hat den Film sehr bereichert“, meint Heber, der für den Abschlussfilm die Note 1,0 mit Auszeichnung erhielt. Dabei konnte man Dreh und Realität manchmal kaum noch voneinander unterscheiden. Auch beim Faschingsdreh in Neugersdorf. Jens-Uwe Bogadtke bittet eine Besucherin um einen Tanz, doch diese lehnt ab. Dreimal wurde die Szene gedreht. Danach kam eine unbeteiligte Karnevalistin auf den Schauspieler zu und bot ihm an, er könne doch mit ihr tanzen.

Auch den Umgang mit der Droge erzählt der junge Filmemacher sehr authentisch. Dem Schreiben des Buches gingen intensive Gespräche mit ehemaligen Abhängigen sowie Mitarbeitern des Zolls und der Bundespolizei voraus. In einer Szene sieht man, wie Tommys Kumpel Matze, der vom Leipziger Schauspielstudenten Thomas Brandt dargestellt wird, sich die Droge durch seine Nase zieht. „Wir hätten es so filmen können, dass man es nicht sieht, aber Thomas wollte es echt machen“, sagt Heber. Echtes Crystal Meth wurde aber nicht verwendet. Mehrere Nächte habe man experimentiert, bis eine Mischung aus Kandiszucker und Mehl entstanden sei, welche der Droge am ähnlichsten war.

„Das richtige Leben“ ist aber kein Drogen-Absturz-Film, sondern vor allem eine zärtlich erzählte Wir-gegen-den-Rest-der-Welt-Liebesgeschichte, meint eine Kritikerin. Denn Tommy, der aus sozial schwachen Verhältnissen kommt, verliebt sich in Julia, Tochter aus reichem Elternhaus. Julia wird schwanger, was ihren Eltern nicht gefällt. Sie entscheidet sich für das Kind und eine Zukunft mit Tommy. Hier kommt Crystal Meth ins Spiel, denn der werdende Vater beginnt, Drogen zu schmuggeln, um diese Zukunft finanzieren zu können. Der Film zeigt das weit verzweigte Netz von Herstellern, Zwischenhändlern und Kurieren auf beiden Seiten der Grenze.

Dass Crystal Meth ein großes Problem ist, zeigt auch die Polizeistatistik. Tausende Drogendelikte dieser Art wurden in den Vorjahren erfasst. Der Landkreis Görlitz ließ deshalb einen Anti-Crystal-Film drehen. Heber will mit seinem Film auch auf die Problematik aufmerksam machen. Im Zittauer Filmpalast wird es aus diesem Grund drei Schulvorstellungen am 2., 4. und 5. Februar geben. Interessierte Schulen können sich noch melden, wie Kinochefin Ilona Schaller erklärt. Die Vorführung am 4. Februar sei allerdings schon voll.

Die ersten Kinovorstellungen hat Heber hinter sich. So wurde sein Film voriges Jahr beim Neißefilmfestival im Zittauer Kronenkino gezeigt. Danach folgte eine Handvoll Festivals. Einen Verleiher fand Heber dennoch nicht. Und so arbeitet er nun mit einzelnen Kinobetreibern zusammen.

„Das richtige Leben“ läuft am 4. Februar, um 19 Uhr, im Filmpalast Zittau in Anwesenheit von Regisseur und Schauspielern. Eine weitere Vorstellung ist am 7. Februar, 17.30 Uhr, geplant. Der Kartenvorverkauf für beide Termine läuft. Bereits am 3. Februar, 19 Uhr, gibt es eine Vorstellung in Görlitz, bei der Wolfgang Winkler dabei ist. Am 5. Februar, 20 Uhr, ist der Film in Ebersbach zu sehen.