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Finanzkonzept steht nur bis 2020

Für den Nahverkehr in Sachsen fehlen 893 Millionen Euro. Verkehrsexperten befürchten Einschnitte auch für Radebeul.

© SGD

Landkreis. Das Land Sachsen muss Bus und Bahn mitfinanzieren, fordert der ökologische Verkehrsclub (VCD). Wie Lutz Dressler, Sprecher der Radebeuler VCD-Regionalgruppe, mitteilt, haben Bund und Länder kürzlich nach mehrjährigem Streit einen Kompromiss bei der Aufteilung der Nahverkehrsmittel an die Bundesländer erreicht.

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Für Sachsen bedeutet das Dressler zufolge nichts Gutes. Bis 2030 fehlen 893 Millionen Euro. Der Verkehrsexperte sieht Gefahr für den hiesigen Nahverkehr. „Die Landespolitik muss genau jetzt aktiv werden und die langfristige Sicherung und den Ausbau des Nahverkehrs künftig aus Eigenmitteln garantieren und so den Verkehrsunternehmen Planungssicherheit geben.“

Nicht überall funktioniert das so wie bei der Regionalexpresslinie zwischen Dresden und Leipzig mit Halt in Radebeul – bei der  gut  ausgelasteten  Verbindung werde wohl auch langfristig nicht gespart. Dagegen sei der für viele Radebeuler Pendler wichtige  Viertelstundentakt auf der S-Bahn weiter nicht in Sicht. Bisher gibt es vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) noch keine konkreten Aussagen, ab wann der 15-Minutentakt eingeführt werden kann.

Auch die Zukunft der fünf Schmalspurbahnen samt Lößnitzgrundbahn sieht der VCD kritisch. Sein Vorschlag: Sie komplett aus Landesmitteln zu finanzieren, statt die geringer werdenden Regionalisierungsmittel zu binden. Der tägliche Dampfzugbetrieb sei bis 2020 gesichert, danach fehlt ein Finanzierungskonzept.

Für die Straßenbahnlinie 4 müssen ebenfalls langfristig Mittel eingeplant werden. „Bis 2021 ist die Verbindung über den Verkehrs- und Investitionsvertrag sicher gestellt. Kürzungen danach wären aber für die Radebeuler besonders bitter.“

Nicht zuletzt macht der VCD darauf aufmerksam, dass vor allem abends und am Wochenende ein dichterer Bus-Takt in Radebeul sowie eine bessere Anbindung zur anderen Elbseite nötig sind. Dressler: Um die Lokalpolitik wachzurütteln und eine nachhaltige Finanzierung des Nahverkehrs beim Land einzufordern, braucht der Verband die Unterstützung durch neue Mitstreiter und neue Mitglieder. (SZ)

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