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Finanzloch verhindert Abriss-Entscheidung 

Das Gerüst an der Mandaustraße 2 bleibt vorerst stehen, die Straße halbseitig gesperrt. Die Stadt hat derzeit kein Geld für Planer übrig.

So sah es vor der Mandaustraße 2 kurz nach dem Absturz der losen Teile im Januar aus. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Die Stadt Zittau muss sich selber weiter um die bröckelnde Mandaustraße 2 kümmern. "Der Eigentümer hat auf unsere Anhörung bis jetzt nicht reagiert", teilte Michael Scholze von der Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mit. 

Die Verwaltung muss entscheiden, ob das Gebäude abgerissen  oder notgesichert wird. Die Entscheidung auf Basis der Empfehlung von Experten wird  aber vorerst nicht fallen. "Aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung wurde noch kein Planungsbüro beauftragt", so Scholze. "Wir hoffen, dass die angestrebte Förderrichtlinie zur Sicherung von Gebäuden von der Landesregierung alsbald verabschiedet wird."

Von dem seit Langem leer stehenden Haus waren Mitte Januar Putzteile und Dachziegeln heruntergefallen und hatten einen Passanten verletzt. Da der Eigentümer nicht reagierte, kam die Stadt umgehend ihrer Pflicht zum Schutz der öffentlichen Sicherheit nach, sperrte die Mandaustraße halbseitig und ließ ein Gerüst aufstellen, das herunterfallende Teile abfängt. "Ein weiterer Abgang von Dach- und Mauerwerksteilen kann nicht ausgeschlossen werden", so Scholze. "Die Straße bleibt bis zur Durchführung von baulichen Maßnahmen halbseitig gesperrt." 

Die Planer sollen sagen, ob ein Abriss oder eine Notsicherung kostengünstiger wäre. Laut Stadtverwaltung ist der Abriss aufgrund der Gebäudekonstruktion nicht zwingend notwendig.

Die Stadt hat sich eine vorläufige Haushaltsführung auferlegt, weil das Loch zwischen Einnahmen und Ausgaben in diesem Jahr noch zu groß ist. Derzeit darf sie nur die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben und bereits vertraglich fixierte Vorhaben finanzieren.

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