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Mifas Finanzlücke noch viel größer

Die Bilanzen des Fahrradherstellers sind offenbar schon seit Jahren falsch gewesen. Neben einem Fehlbetrag von 15 Millionen Euro im Jahr 2013 gab es auch Verluste in den Vorjahren.

© dpa

Sangerhausen. Die Bilanzen des Fahrradherstellers sind offenbar schon seit Jahren falsch gewesen. Wie sich jetzt herausstellte, sind die finanziellen Schwierigkeiten von Mifa wesentlich größer als ursprünglich angenommen. Neben einem Fehlbetrag von 15 Millionen Euro im Jahr 2013 gab es auch Verluste in den Vorjahren, wie das Unternehmen gestern in Sangerhausen mitteilte. Auch dort sind falsche Angaben unter anderem zu Roh- und Hilfsstoffen enthalten. Dadurch ist jetzt insgesamt ein Bilanzverlust von 28 Millionen Euro zu verzeichnen.

Den Angaben zufolge erzielte die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG im Jahr 2013 einen Umsatz von 108 Millionen Euro. Er lag damit noch unter der bereits gesenkten Prognose von 115 Millionen Euro. Ursprünglich hatte das Unternehmen in Sachsen-Anhalt mit seinen 770 Beschäftigten einen Umsatz von 120 bis 130 Millionen Euro angestrebt.

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Der weltgrößte Fahrradhersteller Hero Cycles aus Indien sieht trotz des Bilanzverlustes weiterhin großes Potenzial in einer Partnerschaft, wie die Mifa weiter mitteilte. Die Verhandlungen machten gute Fortschritte. Hero hatte im März eine Absichtserklärung über eine Eigenkapitalbeteiligung in Höhe von 15 Millionen Euro unterzeichnet. Angestrebt wird eine umfassende Kooperation bei Einkauf und Produktentwicklung, besonders bei Elektrofahrrädern und -antrieben.

Bundesweit bekannt wurde die ostdeutsche Firma, als AWD-Gründer Carsten Maschmeyer 2011 einstieg. Er und seine Familie sowie der frühere Vorstandschef Peter Wicht sind die größten Einzelaktionäre. Wicht ist wegen Krankheit nicht mehr im Amt. Mitte April hatte die Mifa ein Führungsduo berufen: Hans-Peter Barth und Stefan Weniger sollen das Unternehmen aus der Krise führen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erstellt derzeit ein Sanierungsgutachten, teilte das Unternehmen weiter mit. Es soll voraussichtlich im Juni vorliegen. (dpa)