merken

Arbeit und Bildung

Finanzspritzen für Karrierestart

Azubis haben kaum Geld – möchten aber trotzdem am Leben teilnehmen. Staatliche Förderungen helfen dabei.

© Pixabay.com

Wer eine Ausbildung beginnt, der zieht meist von zu Hause aus. Doch ohne die Unterstützung der Eltern halten sich Azubis nur spärlich über Wasser – denn ihr Gehalt ist noch nicht üppig, und Miete, Verpflegung und Hobbys zehren am Portemonnaie. Glücklicherweise gibt es staatliche Förderungsmöglichkeiten, von denen jeder Azubi profitieren kann. Nur muss er wissen, wie er sie nutzt und was er dabei beachten muss. 

Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

BAB und BAföG an vorderster Front

Wer wie gefördert wird, entscheidet in den meisten Fällen die Ausbildungsart. Ob der Azubi eine duale Ausbildung absolviert oder die Schulbank drückt: Je nachdem erhält er entweder die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Beides muss nicht zurückgezahlt werden. Die Berechnungsgrundlage ist das Einkommen der Eltern sowie des Partners und beim BAföG auch des Azubis.

Um die BAB zu erhalten, ist neben der dualen Ausbildung auch das Bedingung: Es muss eine anerkannte betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung sein. Die Azubis beantragen die Förderung bei der Bundesagentur für Arbeit. Ob Anspruch besteht und wie hoch dieser ausfällt, das kann online unter www.babrechner.arbeitsagentur.de einfach überprüft werden. Die Maximalförderung beträgt 635 Euro pro Monat. BAföG erhalten Azubis nur bei einer Ausbildung auf der Berufsfachschule, und zwar maximal 590 Euro im Monat.

Wohn- und Kindergeld als zusätzliche Finanzspritze

Wer keine BAB erhält, hat die Möglichkeit, neben BAföG auch Wohngeld zu beantragen und Kindergeld direkt an sich auszahlen zu lassen. Wohngeld erhält, wer volljährig ist und den BAB-Ablehnungsbescheid beim Amt vorlegen kann. Außerdem muss er nachweisen, dass er nicht mehr bei den Eltern wohnt und seine Miete allein bestreitet. Kindergeld erhalten die Eltern für jedes Kind, das unter 25 Jahre alt ist und sich in einer Ausbildung befindet. Für das erste und zweite Kind gibt es 194 Euro, für das dritte 200 Euro und für jedes weitere 225 Euro. Ab 1. Juli 2019 erhöhen sich die Beträge jeweils um 10 Euro. Kindergeld soll die Ausbildung mitfinanzieren, deswegen kann es auf Antrag direkt auf das Konto des Azubis überwiesen werden.

Sonstige Finanzierungsmöglichkeiten

Wenn all die genannten Finanzierungsmöglichkeiten nicht ausreichen, gibt es noch den Bildungskredit der KfW-Bank sowie ein Notfalldarlehen, wenn der Schuh drückt. Den Bildungskredit erhalten grundsätzlich alle Azubis im Alter von 18 bis 36 Jahren, die kurz vor dem Ende der Ausbildung sind. Das heißt in den letzten 24 Monaten. Das Beste daran ist: Der Kredit kann flexibel angepasst werden und ist unabhängig vom Gehalt der Eltern sowie des Azubis. Ein spezielles Darlehen erhalten Azubis in Notlagen, die unverschuldet und unzumutbar sind: wie zum Beispiel die verzögerte Auszahlung des BAföG am Beginn der Ausbildung oder eine Krankheit, die die Ausbildung ungewollt verlängert und die Förderungsdauer des BAföG überschreitet. Das Darlehen muss zurückgezahlt werden. Mittlerweile gibt es jedoch auch grundsätzlichen Anspruch auf Hartz IV, wenn kein Anrecht auf BAB oder BAföG besteht. So können beispielsweise Heizkosten übernommen werden.

,,Kindergeld soll die Ausbildung mitfinanzieren, deswegen kann es auf Antrag direkt auf das Konto des Azubis überwiesen werden."

Wenn Azubis einen Aufenthalt im Ausland planen, gibt es zusätzlich zu den staatlichen auch private und internationale Unterstützungen. Die drei wichtigsten Förderprogramme sind das Hermann-Strenger-Stipendium, die Leonardo da Vinci Mobilität und das DFJW-Stipendium. So eine Förderung zu bekommen, ist jedoch nicht ganz einfach. Denn der Azubi muss mit einem Motivationsschreiben die jeweilige Stiftung von sich überzeugen. Wer das schafft, erhält eine gute finanzielle und organisatorische Hilfe für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt. 

,,Glücklicherweise gibt es staatliche Fördermöglichkeiten, von denen jeder Azubi profitieren kann."

Check für Förderungsmöglichkeiten

- bei einer dualen Ausbildung gibt es Anspruch auf BAB, bei einer schulischen BAföG
- wer keinen BAB-Anspruch besitzt,kann Wohngeld erhalten
- Azubis bekommen auf Antragdas Kindergeld der Eltern selbst ausgezahlt.
- in finanziellen Notfällen wird ein Darlehen nach §27 SGB II ausgezahlt, oder es besteht Anspruch auf Leistungen von Hartz IV
- alle Anträge können online bei den entsprechenden Ämtern ausgefüllt werden