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Fische im Kiessee sind nicht in Gefahr

Im Internet kursieren Bilder toter Wassertiere, angeblich im Kiessee Zschieren. Das stimmt nicht, sagen Experten.

© René Meinig

Von Nora Domschke

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Was Erik Angermann und Toni Sachse auf den Fotos in den sozialen Netzwerken entdecken, lässt sie mit dem Kopf schütteln. Bilder von Fischen, die leblos an der Oberfläche eines Teiches schwimmen, ein verendeter Krebs auf getrocknetem Schlamm. Im Kiessee Zschieren seien die Aufnahmen gemacht worden, heißt es dort. Sachse und Angermann arbeiten für die AVD Angel-Service GmbH und beschäftigen sich seit einigen Wochen mit der Causa Kiessee. Ihr Auftrag: Die Fische aus dem Gewässer holen, bevor der ehemalige Tagebau an der Tronitzer Straße verfüllt ist. Seit Jahren rollen dort immer wieder Lkw an, die die Grube nach und nach mit Bodenaushub zuschütten (wir berichteten).

Die Sorge, dass die Fische bei lebendigem Leib begraben werden, sei unnötig, erklärt Fischwirtschaftsmeister Toni Sachse. Der 28-Jährige und sein Kollege Erik Angermann sind regelmäßig vor Ort und geben Entwarnung: „Für die Fische besteht keine Gefahr.“ Im März oder April werden sie mit Stellnetzen versuchen, den Großteil der Fische aus dem Wasser zu holen. „Wir wollen alle Tiere retten“, betont Angermann. Deshalb wird es einen zweiten Einsatz im Herbst geben – und wenn nötig – einen weiteren im Frühjahr 2019. Dann soll der Tagebau endgültig verfüllt werden.

Was mit den Tieren passiert, ist derzeit noch ungeklärt. Sie gehören dem Eigentümer des Grundstücks, der aber wohl bereits signalisiert hat, die Fische in ein anderes Gewässer umsetzen zu wollen. „Wir stehen in engem Kontakt sowohl mit ihm als auch mit der Firma, die sich um die Verfüllung kümmert“, sagt Sachse. Er geht davon aus, dass im Wasser unter anderem Barsche, Karpfen und Weißfische leben – typische Elbefische, die mit dem Hochwasser in den Kiessee gelangten oder dort ausgesetzt wurden. Viele werden es nicht sein, schätzen die beiden Experten. Dafür sei der Teich nicht nährstoffreich genug.