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Fischverkäufer ertappt Diebestrio

Ein Arnsdorfer und zwei Roßweiner bekommen Haft- und Bewährungsstrafen. Alle drei sind vor Gericht keine Unbekannten.

Von Helene Krause

Recht gelassen sitzen die drei Beschuldigten auf der Anklagebank. Vorgeworfen wird dem 18-jährigen Arnsdorfer sowie einem 29- und einen 18-jährigen Roßweiner gemeinschaftlicher Diebstahl. Zu dritt sollen sie in der Nacht zum 21. Juni 2012 in einen Dönerimbiss in Waldheim eingestiegen sein. Sie brachen das Fenster der Imbissbude auf und stahlen Lebensmittel sowie Getränke. Der zum Tatzeitpunkt 16-jährige Arnsdorfer fuhr das Auto, mit dem das Diebestrio die gestohlenen Waren abtransportierte. Er hatte keinen Führerschein. Das Fahrzeug war nicht zugelassen, nicht haftpflichtversichert und das Kennzeichen hatte der Arnsdorfer selber zusammengebastelt und angebracht. Im Fahrzeug fand die Polizei, die das Diebestrio in Aschershain bei Hartha stellte, Brecheisen, Seitenschneider, Multifunktionsmesser, Klebeband und andere Gegenstände.

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Des Weiteren wird dem Mann aus Arnsdorf vorgeworfen, am 21. Januar 2013 im Hotel „Stadt Leipzig“ in Roßwein ein Smartphone entwendet zu haben . Außerdem soll er am 2. März 2013 gegen 18.30  Uhr an der Tankstelle in der Äußeren Chemnitzer Straße in Frankenberg ein Auto betankt haben, ohne den Kraftstoff zu bezahlen. In einer weiteren Anklage wird ihm schwerer Raub vorgeworfen. Am 6.  März 2013 soll er mit zwei unbekannten Mittätern in ein Fischgeschäft in Böhrigen eingebrochen sein. Der Besitzer, der den Einbruch bemerkte, ging in das Geschäft. Die Täter flüchteten. Einer stieß den Eigentümer beiseite, der stürzte und zog sich Schürfwunden an Knien und Ellenbogen zu. Bis auf die Registrierkasse ließen die Diebe ihre Beute am Tatort zurück. In der Kasse waren etwa 15 Euro. Sie wurde nicht wiedergefunden.

Die Angeklagten gestehen die Taten. Nur den Einbruch in das Fischgeschäft bestreitet der Arnsdorfer. Am Tattag will er in Radebeul gewesen sein.

„Einem der Täter habe ich Auge in Auge gegenübergestanden“, erklärt der Besitzer des Fischgeschäfts vor Gericht. Er will den Beschuldigten am Tatort erkannt haben. Allerdings sagte er bei der Polizei etwas anderes aus. Dort gab er an, den Täter nur zu 80 Prozent wiederzuerkennen. Als seine Enkelin von der Tat erfuhr, tippte sie auf den Beschuldigten. Er hatte ihr Monate vor der Tat über Facebook ein Foto von sich gepostet. Als die Enkelin das Bild ihrem Opa zeigte, glaubte der, den Täter zu erkennen. Trotzdem spricht das Gericht den Angeklagten in diesem Punkt frei. „Es ist nicht erwiesen, dass der Beschuldigte der Täter war“, sagt Richterin Christa Weik in der Urteilsbegründung. „Durch das Foto, das ihm die Enkelin vorlegte, war er zu sehr auf ihn als Täter fixiert. Außerdem wurden am Tatort keine Spuren gesichert, so dass es für eine Verurteilung nicht reicht.“

Erst Anfang 2013 wurde der Angeklagte wegen Fahrens ohne Führerschein und ohne Haftpflichtversicherung, wegen Kennzeichenmissbrauchs, Bedrohung und anderer Delikte verurteilt. (DA berichtete). Vier Wochen verbrachte er in der Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen. Für die ihm nachgewiesenen Taten verurteilt das Gericht ihn zu einer Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und acht Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Außerdem darf er für den Zeitraum von einem weiteren Jahr keinen Führerschein erwerben und er muss sich um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bemühen.

Der 18-jährige Roßweiner wurde vom Gericht für die Tat verwarnt. Außerdem muss er sich ein Jahr lang der Leitung eines Sozialpädagogen unterziehen. Der 29-jährige Roßweiner wurde erst im April 2013 wegen mehrerer Einbrüche in die Gartenanlage „Am Weinberg“ und in die Gaststätte Hempel in Roßwein verurteilt (DA berichtete). Wegen des Einbruchs in den Waldheimer Dönerimbiss erhält er eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren – ohne Bewährung.