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Fitness-Center rüsten auf

Die Konkurrenz in Dresden ist groß, die Beiträge unterscheiden sich stark. Zusätzlich locken Apps zu mehr Bewegung.

© René Meinig

Von Bettina Klemm

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Antrieb für die Zukunft

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Dieser Tage gelingt es vielen, den Schweinehund zu überwinden und mehr Sport zu treiben. Dazu bieten vielfältige Apps Anleitungen für Yogaübungen sowie Kraft- und Ausdauertraining. Einige Fitness-Center locken zum Jahresbeginn mit Schnupperpreisen.

Davon hält Falk Noack relativ wenig. Der Geschäftsführer von Thomas Sport Center (TSC) setzt vielmehr auf Qualität und Kontinuität. Das habe sich ausgezahlt. Vor gut 20 Jahren hat das Thomas Sport Center mit der ersten Einrichtung in der Dresdner Johannstadt begonnen. Damals ist Noack Mitglied geworden. Seine Begeisterung wuchs, da er in seinem Beruf als Koch nicht glücklich war, sah er für sich eine neue Chance. Er machte seine Trainerlizenz, arbeitete erst nebenbei im Studio, dann fest. Im November 1998 wurde er Studioleiter in dem Center an der Kesselsdorfer Straße. Parallel besuchte er Seminare, um sich weiterzubilden. Inzwischen ist der 48-Jährige gemeinsam mit Lars Weber TSC-Geschäftsführer. Das Unternehmen betreibt fünf Studios in der Stadt, in denen nach eigenen Angaben rund 8 000 Dresdner trainieren.

Die Konkurrenz in der Stadt ist groß. „Aktuell sind in Dresden 47 Fitnessstudios gemeldet. Die Anzahl der Studios ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen“, schätzt Rathaussprecher Karl Schuricht ein. Allein auf einem Kilometer der Kesselsdorfer Straße befinden sich neben dem TSC noch vier weitere Studios.

Wie bei den meisten Dienstleistungsbranchen ist der Aufwand hoch. Gute Studios haben mehr als 1 000 Quadratmeter Fläche, da kommen beträchtliche Mietkosten zusammen. Ebenfalls hoch sind die Betriebskosten, viele Studios verfügen über Saunen, einige auch über Schwimmbäder. Geöffnet ist in der Regel bis in die späten Abendstunden. Das Thomas Sport Center rechnet für seine fünf Standorte mit rund 300 000 Euro Betreiberkosten pro Monat. 42 Mitarbeiter sind dort fest angestellt, weitere 79 arbeiten als geringfügig Beschäftigte. Pro Woche werden etwa 250 Kurse angeboten. Allerdings sind die Mitgliedsbeiträge in den betreuungsintensiven Studios auch doppelt bis viermal so hoch wie in preiswerteren Zentren. Falk Noack und Lars Weber setzen darauf, ihrer Kundschaft immer wieder Neues anzubieten. So haben sie kurz vor Weihnachten das 1 200 Quadratmeter große Studio in der Großenhainer Straße saniert und umgebaut. Neben Empfangs- und Umkleidebereich sowie Fitnesslounge wurden zwei Kursräume neu gestaltet. Zudem entstanden ein 50 Quadratmeter großer „Functional Training Room“ und ein Wellnessbereich mit finnischer Sauna und Dampfbad. Das Studio auf der Kesselsdorfer Straße bietet bereits seit Kurzem ein kabelloses EMS-Training mit niederfrequenten Stromimpulsen an. Das verstärke die natürliche Kontraktion der Muskeln und führe zu einem sehr effektiven Training. Zu den Modernisierungskosten macht TSC keine Angaben.

Das XXL-Sportstudio auf der Breitscheidstraße lockt sein Publikum durch ein besonders breites Angebot, zu dem auch Bowling, Kletterwand, Badminton, Squash und Mini-Soccer zählen. In diesem Studio kann man monatlich kündigen. „Seither steigen unsere Mitgliedszahlen wieder. Heutige Anforderungen an den Beruf verlangen Flexibilität, da bindet man sich nicht gern ein Jahr oder länger“, erklärt der zweite Geschäftsführer Sven Gruhle. Mit gutem Service und Trainingsprogrammen sollen die Mitglieder gehalten werden.

Thomas Sport Center und auch XXL arbeiten eng mit Unternehmen zusammen. Dazu werden Gesundheitsmanager beschäftigt. „Unsere Mitarbeiter können für 12,50 Euro im Monat in einem der TSC-Studios trainieren“, sagt Dieter Hoefer. Der Sprecher der Volks- und Raiffeisenbanken sagt, wenn die Mitarbeiter zufrieden und gesund sind, wirke sich das letztlich auch auf die Arbeit aus.

Bei Jugendlichen ist der Beruf Sport- und Fitness-Kaufmann sehr beliebt. Allerdings, so Lars Fiehler von der IHK Dresden, gibt es relativ wenig Ausbildungsbetriebe. In Sachsen befinden sich derzeit 129 Jugendliche in der dreijährigen Lehre. 60 von ihnen haben 2016 begonnen. TSC-Geschäftsführer Falk Noack hält die verstärkte kaufmännische Ausrichtung für ungeeignet. Dafür gebe es wenig Bedarf. Die Abrechnung für seine fünf Studios erledige eine Mitarbeiterin. Bessere Erfahrungen mache TSC mit Studenten von Berufsakademien. Übrigens verteufelt Noack die Apps nicht: Sie seien häufig ein Einstieg.