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Flaschenwurf mit Folgen

Mildes Gerichtsurteil für harten Beziehungsstreit in Heidenau: Ein 31-Jähriger musste sich wegen Körperverletzung und mehrmaligen Fahrens ohne Führerschein verantworten.

Von Stephan Klingbeil

Heftige Streite mit seiner Lebensgefährtin waren für Matthias K. nichts Ungewöhnliches. Immer wieder flogen die Fetzen. Immer wieder vertrugen sie sich. Ruhe kehrte auch nicht ein, als der Landschaftsgärtner im vorigen Frühjahr Vater wurde. Mittlerweile haben sich die beiden getrennt. Vor dem Amtsgericht Pirna trafen sie sich nun wieder. Der 31-Jährige musste sich wegen Körperverletzung und mehrmaligen Fahrens ohne Führerschein verantworten.

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Die frühere Lebensgefährtin sollte aussagen, was am 6. August 2013 in ihrer Wohnung in der Heidenauer Haeckelstraße geschehen war. „Es gab mal wieder Streit“, sagte sie. Dann soll K. ausgetickt sein, als er sich einen Schluck Orangensaft aus einer vollen 1,5-Liter-Flasche gegönnt hatte.

Mit voller Wucht warf er dann die Plastikflasche in Richtung seiner damaligen Lebensgefährtin. „So was kam ab und an mal vor“, erklärte sie vor Gericht. Der Angeklagte gab auch alles zu. „Treffen wollte ich sie aber nicht“, sagte er. Hat er aber doch. Die Heidenauerin erlitt Prellungen, rief die Polizei. Ihr Sohn wohnte zeitweise in einer Einrichtung, lebt nun wieder bei der Frau.

Den Angeklagten sieht sie nur noch selten. Er wohnt derzeit bei seinen Eltern, hat wieder Arbeit gefunden. Auch das war ein Grund, warum das Gericht nun von einer Haftstrafe gegen ihn absah. Eigentlich hätte der Mann hinter Gitter gemusst. Denn der Flaschenwurf geschah in seiner Bewährungszeit, in der er auch noch ohne Fahrerlaubnis am Steuer erwischt wurde. Die musste er nach Verkehrsdelikten abgeben.

Das Gericht bewertete seinen Flaschenwurf aber nun als minderschweren Fall der Körperverletzung. Zudem habe Matthias K. eine günstige Sozialprognose. Es verurteilte ihn daher zu neun Monaten Haft auf Bewährung. Auch muss er zur Aggressionstherapie und als Auflage 850 Euro zahlen.