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Flaute an der Volkshochule

Die Zahl der Teilnehmer an den Kursen sinkt, im Gegenzug steigen die Kosten. Deshalb drohen jetzt höhere Gebühren.

Von Sebastian Kositz

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Bautzen. Spanisch für Einsteiger, Yoga für Fortgeschrittene oder Steuern für Senioren – das Angebot der Kreisvolkshochschule ist umfangreich, lockt jährlich mehrere Tausend Teilnehmer. Doch die Anzahl der Kurse und der Menschen, die sich dafür einschreiben, sinkt seit Jahren beständig. Und im Gegenzug steigen die Kosten fürs Personal – weshalb in der Bautzener Kreisverwaltung jetzt auch über eine mögliche Erhöhung der Gebühren nachgedacht wird.

Für das abgelaufene Jahr liegen aktuell noch keine Zahlen vor, aber allein die Statistik für die Jahre von 2012 bis 2016 belegt, dass die Nachfrage gesunken ist. So schrieben sich 2012 noch etwa 7 800 Teilnehmer in die Kurse der Kreisvolkshochschule ein, 2016 waren es indes nur noch 6 600. Die Ursache dahinter ist einerseits der Bevölkerungsrückgang, erklärt Gernot Schweitzer, Sprecher im Bautzener Landratsamt, das hinter der Bildungseinrichtung steckt. Zugleich bekommt die Volkshochschule aber auch immer mehr Konkurrenz durch ganz neue Angebote: Um beispielsweise Sprachen zu erlernen, greifen viele zunehmend auf Apps zurück, so Gernot Schweitzer. Das Erlernen von Sprachen ist trotz leicht gesunkener Nachfrage allerdings noch immer das beliebteste Angebot an der Kreisvolkshochschule. Denn, so glaubt der Sprecher, das Lernen im Internet wird den Unterricht auf Dauer nicht ersetzen können. Eine sinkende Nachfrage gibt es indes auch im Bereich Arbeit, Beruf und Computer. Im Gegenzug gibt es aber auch Angebote, die vermehrt für Interesse sorgen: Besonders Gesundheits- und Bewegungskurse stehen hoch in der Gunst, sagt Gernot Schweitzer.

Vermehrt Integrations- und Sprachkurse

In der Summe habe sich die Zahl der Angebote in den vergangenen Jahren wenig verändert. Im Jahr 2016 standen insgesamt 668 Kurse auf dem Programm, drei Jahre zuvor waren es 694. Die Einnahmen aus den offenen Kursen waren jedoch rückläufig, erklärt Gernot Schweitzer. Dass die Einnahmen seit 2012 trotzdem insgesamt gesteigert werden konnten, hat vor allem einen Grund: Durch den regen Zuzug von Geflüchteten waren verstärkt Integrations- und Sprachkurse angeboten worden.

Doch die zusätzlichen Einnahmen verhindern nicht, dass die Volkshochschule des Kreises jedes Jahr rote Zahlen schreibt. Für 2016 beziffert das Landratsamt das Defizit auf etwa mehr als 71 000 Euro. Kostentreiber sind vor allem die Kosten fürs Personal, zudem gab es weniger Zuschüsse vom Freistaat. Schon Ende des vergangenen Jahres hatte die zweite Beigeordnete im Landratsamt, Birgit Weber (parteilos) deshalb durchblicken lassen, dass sich die Kreisverwaltung die Gebühren genauer anschauen möchte. Bereits ab dem kommenden Jahr könnte der Unterricht an der Volkshochschule damit teurer werden. Wegen der Kostensteigerung sei es nötig, die Finanzierung der Einrichtung auf den Prüfstand zu stellen, sagt Landratsamtssprecher Gernot Schweitzer. Gleiches gelte für die Kreismusikschule, wo es ähnliche Probleme gibt.

Es gehe darum, beide Schulen auf Dauer als wichtigen Bestandteil der Bildungslandschaft im Kreis zu erhalten. Das umfangreiche Kursangebot an der Volkshochschule soll erhalten werden. Auch bei den Standorten in Bautzen, Kamenz, Radeberg und Bischofswerda seien keine Streichungen geplant, versichert Gernot Schweitzer. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen derweil eine andere Frage: Etliche Dozenten seien bereits im Rentenalter, werden in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Und wie für die Kreismusikschule auch werde es zunehmend schwieriger, Nachwuchs zu finden.