Teilen: merken

Fleisch, Salat und noch viel mehr

Das Amarena in Freital ist umgezogen. Nicht nur die Adresse ist neu, sondern auch eine ganz bestimmte Spezialität.

© Andreas Weihs

Von Annett Heyse

Freital. Es ist gerade kurz nach elf, aber am Tresen herrscht schon Hochbetrieb. Vier Bauarbeiter geben gerade eine Bestellung auf, dahinter wartet eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter, und soeben kommt noch ein Trupp Handwerker zur Tür hinein. Parvinder Singh und seine zwei Mitarbeiter haben voll zu tun. Döner ohne Käse, Döner mit Käse, Döner ohne Zwiebel, Döner nur mit Kräutersauce – die Vielfalt nimmt kein Ende. Und dabei machen die gefüllten Fladenbrote nur einen Teil des Angebots aus. Im Amarena gibt es auch Pizzen, Nudelgerichte, Indisches, Chinesisch, Baguettes, Burger und Aufläufe. „Alles zum Hieressen oder Mitnehmen“, wirbt Singh.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Kuschelige Stunden mit heißem Aufguss

Gemütliches Schwitzen in der Mitternachts-Sauna im Freitaler "Hains". Sekt gibt's gratis dazu.

Der 35-Jährige startet jetzt am Markt gleich neben der Post in Potschappel neu durch. Zuvor betrieb er das Amarena an der Ecke Wilsdruffer Straße/Dresdner Straße. Dort ist inzwischen das Calimero ein- und Singh ausgezogen. Dass sein neuer Imbiss deutlich kleiner ist, stört ihn nicht, im Gegenteil. „Mir ist das so lieber. Und ich bin auch ganz froh, in Potschappel etwas gefunden zu haben.“

Schichtleiter bei Burgerspezialisten

Singh stammt aus dem Norden Indiens, seine Familie betreibt dort eine Landwirtschaft. Als sich Anfang der 2000er-Jahre die politische Situation in der Region zuspitzte, verließ er Hals über Kopf seine Heimat. „Es war eine lange Reise“, berichtet er. 2002 kam er in Hamburg an und blieb für sieben Jahre in der Hansestadt.

Parvinder Singh heuerte bei Burger King am Hamburger Hauptbahnhof an, schnell arbeitete er sich zum Schichtleiter hoch. 2009 zog er nach Freital um – aus familiären Gründen. Hier wohnt er mit Frau und Kind noch heute. „Es gefällt mir hier, vor allem, weil es viel kleiner als Hamburg ist.“ Arbeit fand er in einem Freitaler Dönerladen. 2016 machte er sich selbstständig und übernahm das Amarena. Das Konzept – eine bunte Mischung aus indischen, italienischen, chinesischen und türkischen Schnellgerichten – behielt er bei. Alles, was auf der Speisekarte steht, wird auf Wunsch auch ausgeliefert.

Das Amarena ist auf dem einen Kilometer zwischen Freitaler Stadtgrenze und Wilsdruffer Straße der fünfte Dönerladen allein in Potschappel. Um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, hat Parvinder Singh deshalb Gyrosspieße ins Angebot aufgenommen – unter dem meist islamisch geprägten Dönerpersonal eigentlich ein Unding und daher eher in der griechischen Küche verortet. „Ich habe ja mit Schweinefleisch keinerlei Probleme“, sagt Singh zu der Diskussion lediglich. Er erhoffe sich vielmehr zusätzliches Publikum, da er der einzige Freitaler Dönermann ist, bei dem sich Gyrosspieße drehen.

Und Parvinder Singh hat weitere Pläne, die allerdings das Umfeld und nicht die Speisekarte betreffen. Der Inder möchte die Fläche vor seinem Laden als Gästegarten gestalten – mit Kübeln und Kästen für viel Grün. Sobald es richtig Frühling sei, könne man bei ihm auch draußen sitzen, verspricht er. Die Arbeiten für die Gestaltung der Terrasse sollen beginnen, wenn es die Temperaturen zulassen.

Das Amarena hat von Montag bis Freitag 11 bis 14 Uhr sowie 17 bis 22 Uhr geöffnet. Sonnabends, sonntags und feiertags ist durchgängig von 11 bis 22 Uhr offen.