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Flexible Kinderbetreuung in Freital

Der Stadtrat hat die Kita-Satzung geändert und kommt Eltern entgegen. Das gilt vorerst nur bis Juni 2016.

© dpa

Von Andrea Schawe

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Freital. Am Ende waren sich doch fast alle einig. „Wir sind für die neue Betreuungszeit“, sagte Stadtrat Olaf Wasner (Bürger für Freital). „Wir wollen eine möglichst schnelle Lösung für die Eltern.“ Der Stadtrat stimmte mehrheitlich kürzlich in seiner Sitzung dafür, die Satzung für Kindertageseinrichtungen zu ändern. Damit können Eltern ab 1. Januar 2016 ihr Kind auch 7,5 Stunden täglich in der Kita betreuen lassen. Das ist unter anderem schon in Dresden möglich.

Bisher waren in der Freitaler Satzung folgende Zeiten vorgesehen: Eltern können ihre Kinder täglich bis 4,5 Stunden, bis sechs, bis neun, bis zehn oder bis elf Stunden in der Kita betreuen lassen. Viele Eltern, die in Teilzeit arbeiten gehen, würden keine vollen neun Betreuungsstunden wollen oder benötigen. Sechs Stunden seien aber zu wenig, um das Kind pünktlich wieder abzuholen – bei sechs Stunden Arbeitszeit plus Fahrtzeit. Mit der neuen Betreuungszeit sollen die Eltern flexibler werden. „Wir wollen damit eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichen“, sagte Peter Pfitzenreiter, der CDU-Fraktionsvorsitzende. Die Fraktion hatte den Antrag eingebracht.

Drohen Personalkürzungen?

„Wir tragen das voll mit“, sagte Mirko Kretschmer-Schöppan, Freitals Erster Bürgermeister, der auch für Soziales zuständig ist. Die Verwaltung rechne damit, dass die Änderung nur minimale Auswirkungen auf den Personalschlüssel in den Kitas haben wird. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden voraussichtlich mehr Verträge von neun auf 7,5 Stunden reduziert als von sechs erhöht. Sie geht von etwa 12.400 Euro weniger Kosten für Personal im Monat aus.

Die Stadt muss allerdings auch den neuen Betreuungsschlüssel für Kitas umsetzen. Das Verhältnis von Erzieher zu Kind im Kindergarten soll von 1:13 auf 1:12,5 gesenkt werden. „Das ist keine Maßnahme, um den Haushalt zu entlasten“, sagte Kretschmer-Schöppan. Einige Stadträte hatten befürchtet, dass mit der neuen Betreuungszeit Personalkürzungen drohen.

Außerdem habe die Verwaltung die freien Träger in die Entscheidung nicht miteinbezogen, sagte Olaf Wasner im Stadtrat. „Die alte Konfrontation der freien Träger mit der Stadtverwaltung bleibt.“ Dabei sei es dringend notwendig, sich zusammenzusetzen und auch andere Meinungen abzustimmen – nicht nur mit freien Trägern, sondern auch mit der Tagespflege.

Neue Satzung bis Juni

Die Überarbeitung der Betreuungssatzung wird seit Jahren von den freien Trägern gefordert – vor allem, weil sich allgemeine gesetzliche Regelungen geändert haben. Dadurch könnte eine Straffung entstehen, die die Verbraucherfreundlichkeit für die Eltern wesentlich verbessere, heißt es. Es gehe den freien Trägern aber auch um die Umsetzung des sächsischen Bildungsauftrages in den Einrichtungen. In Freital gibt es neun städtische Kitas und acht Einrichtungen in freier Trägerschaft.

In die aktuelle Satzungsänderung seien nur wenige Anregungen der freien Träger eingeflossen, sagte auch Freitals AfD-Fraktionschef Norbert Mayer. Er schlug einen Kompromiss vor: Die Auswirkungen der geänderten Betreuungszeit bis Juni 2016 zu testen und dann erneut zu entscheiden. So wisse man, wie viele Eltern die 7,5 Stunden in Anspruch nehmen und wie sich das auf den Personalschlüssel auswirkt. Bis Juni soll die Verwaltung außerdem eine erneute Anpassung der Satzung vorbereiten, in die die Vorstellungen der freien Träger mit einfließen.