merken

Sport

Hansi im Glück und Bayern im Achtelfinale

Die Münchner erlösen Interimscoach Flick mit späten Toren. Sie suchen weiter nach einem neuen Trainer, während Bayer wieder Hoffnung schöpft.

Erst trifft Robert Lewandowski (links) und dann Ivan Perisic (Mitte). Thomas Müller bejubelt mit Bayerns Torschützen den Erfolg gegen Olympiakos Piräus.
Erst trifft Robert Lewandowski (links) und dann Ivan Perisic (Mitte). Thomas Müller bejubelt mit Bayerns Torschützen den Erfolg gegen Olympiakos Piräus. © dpa/Sven Hoppe

München/Leverkusen. Ein erfolgreicher Neustart unter Hansi Flick für Bayern München und ein erster Hoffnungsschimmer für Bayer Leverkusen: Während der deutsche Fußball-Rekordmeister durch ein glanzloses 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus bei Flicks Debüt vorzeitig im Achtelfinale der Champions League steht, wahrte die Werkself durch ein 2:1 (1:0) gegen Atletico Madrid zumindest die kleine Chance auf die K.-o.-Runde.

Anzeige
Derby gegen Weißwasser

Am Mittwoch, 30. Oktober steht das nächste DEL2-Punktspiel für die Dresdner Eislöwen an: Das Team von Cheftrainer Rico Rossi ist bei den Lausitzer Füchsen gefragt.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Rangnick sagt dem FC Bayern wohl ab

Einem Medienbericht zufolge will Ralf Rangnick nicht Bayern-Trainer werden. Arsene Wenger hingegen schon – und kristallisiert sich als Favorit heraus.

Symbolbild verwandter Artikel

Was Flick nun bei den Bayern leisten muss

Der Interimscoach hat am Mittwoch schon die erste Bewährungsprobe. Unterdessen kursieren die ersten Namen für Kovacs Nachfolger.

Robert Lewandowski brach drei Tage nach der Entlassung von Trainer Niko Kovac mit seinem 21. Saisontreffer im 17. Pflichtspiel gegen schwache Griechen den Bann (69.). Kurz vor dem Schlusspfiff erhöhte der eingewechselte Ivan Perisic (89.).

Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge spendeten müde Applaus. Interimstrainer Flick nahm die Glückwünsche seiner Mitstreiter und Spieler nur zögerlich entgegen. Der Sieg gegen die Griechen war nicht der erhoffte Befreiungsschlag vor dem Bundesliga-Klassiker am Sonnabend ab 18.30 Uhr gegen den BVB.

"Es ging darum, nach vorn zu verteidigen und die Initiative wirklich hochzuhalten. Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht", sagte Flick. Er sei "zufrieden" mit seiner Elf. "Wir haben den Gegner immer wieder unter Druck gesetzt und waren dominant."

Hansi Flick (links) trainiert vorübergehend den FC Bayern, nachdem Niko Kovac den Verein verließ.
Hansi Flick (links) trainiert vorübergehend den FC Bayern, nachdem Niko Kovac den Verein verließ. © dpa/Hasan Bratic

So oder so: Nach dem BVB-Kracher muss er seinen Platz wohl wieder räumen. Die Bayern stehen angeblich kurz vor einem Engagement des langjährigen Arsenal-Teammanagers Arsene Wenger. Er soll bis Sommer übernehmen und dann für Thomas Tuchel (Paris St. Germain) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) Platz machen.

Dass die Bayern Bedarf haben für einen echten Neustart, wurde auch am Mittwochabend deutlich. "Vielleicht hat uns nach vorn der Glanz gefehlt, aber in unserer Situation ... Das war nicht das Höchste der Gefühle, aber wer das Spiel gesehen hat, hat gesehen, dass wir da waren", sagte Thomas Müller.

Immerhin: Gegen Piräus stand nach acht Begegnungen zumindest wieder mal die Null. "Für unser Selbstbewusstsein in der Defensivarbeit war das sehr wichtig", sagte Kapitän Manuel Neuer. Wer von den 70.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena eine nach der Kovac-Entlassung befreite Münchner Elf erwartet hatte, sah sich getäuscht.

Kevin Volland freut sich über sein Tor zum 2:0 für Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid.
Kevin Volland freut sich über sein Tor zum 2:0 für Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid. © dpa/Federico Gambarini

Bayer profitierte bei seinem ersten Erfolg in dieser Saison in der Champions League zunächst von einem Eigentor durch Thomas (41.). Kevin Volland (55.) sorgte für die Vorentscheidung, auch wenn Nationalspieler Nadiem Amiri in der Schlussphase die Rote Karte sah (84./grobes Foulspiel) und Alvaro Morata (90.+4) verkürzte. In letzter Sekunde verhinderte Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky den Ausgleich. Bei vier Punkten Rückstand auf Atletico und noch zwei ausstehenden Spielen benötigt die Mannschaft von Trainer Peter Bosz aber immer noch ein kleines Fußball-Wunder.

Immerhin hat Leverkusen seine Chancen auf den Trostpreis Europa League deutlich verbessert und außerdem eine erfolgreiche Bundesliga-Woche auf höchster europäischer Ebene gekrönt: Am Dienstag hatten bereits RB Leipzig (2:0 bei Zenit St. Petersburg) und Borussia Dortmund (3:2 gegen Inter Mailand) gewonnen.

Vor 28.160 Zuschauern in der BayArena war Leverkusen von Beginn an die aktivere Mannschaft und setzte den spanischen Meisterschaftszweiten mächtig unter Druck. Zwei Wochen nach dem 0:1 bei Atletico Madrid, wo Bayer auch ordentlich mitgehalten hatte, war Leverkusen im gegnerischen Strafraum zunächst aber erneut zu harmlos.

Nach einer Hereingabe von Charles Aranguiz unterlief dann Thomas das Eigentor, nachdem kurz zuvor Felipe bei einer Abwehraktion schon den eigenen Querbalken getroffen hatte. Ohne seinen angeschlagenen Kapitän Lars Bender wusste Bayer auch nach dem Seitenwechsel zu überzeugen. Ersatzspielführer Volland war es dann vorbehalten, das erste "richtige" Tor zu erzielen. Karim Bellarabi hatte ihn hervorragend in Szene gesetzt. In der Schlussphase wurde es noch mal eng. (sid)