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Der Flixbus kommt

Geplant sind Anschlüsse bis nach Breslau und Mannheim. Aber die Genehmigungen fehlen noch.

© Symbolbild/dpa

Von Maria Fricke

Nossen. Der geplante Anschluss Nossens an das Fernbusnetz wird konkret. Wie das Unternehmen Flixbus, Marktführer im Bereich der Fernbusse in Deutschland, Politiker Philipp Hartewig (FDP), mitteilte, sollen Fahrzeuge der Linie 220 Breslau – Mannheim ab dem Sommerfahrplan 2018 an dem Autohof in Nossen-Nord halten. Die notwendigen Genehmigungen dazu stehen allerdings noch aus. Flixbus sei jedoch zuversichtlich, diese zu bekommen.

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Am Maxi-Autohof an der Anschlussstelle A14-Nossen-Nord sollen die Fernbusreisenden in den Flixbus einsteigen.
Am Maxi-Autohof an der Anschlussstelle A14-Nossen-Nord sollen die Fernbusreisenden in den Flixbus einsteigen. © Dietmar Thomas

Voraussichtlich ab 26. April 2018 werde demnach der markante grüne Bus an der Raststätte halten. Anbindung bestehe damit nicht nur bis nach Breslau oder Mannheim. Der konkrete Verlauf der Strecke soll sein: Mannheim – Heidelberg – Darmstadt – Frankfurt – Autohof Eisenacqh – Erfurt – Weimar – Jena – Chemnitz – Autohof Nossen – Dresden – Breslau. „Der Fernbus wird von Nossen in Richtung Mannheim voraussichtlich am frühen Nachmittag und Richtung Breslau je nach Wochentag um 15 beziehungsweise 18 Uhr abfahren“, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens an Hartewig. Der FDP-Politiker hatte sich im August an Flixbus gewandt und einen Anschluss des Landkreises, bevorzugt in Siebenlehn, vorgeschlagen. Hintergrund ist, dass es in Mittelsachsen bisher keinen Haltepunkt eines Fernbusses gibt.

Flixbus schweigt zu Details

Öffentlich bestätigen wollte Flixbus die Details zur geplanten Anbindung an den Autohof in Nossen nicht. „Wir befinden uns aktuell noch in der Planungsphase sowie in intensiven Gesprächen. Viele der genannten Punkte hängen von behördlichen Genehmigungen ab“, so Daniel Krebs, Junior PR Manager der Flixbus Dach GmbH.

In einer vorherigen Anfrage äußerte sich Krebs zu den Kriterien, die für die Errichtung eines Haltepunktes von Flixbus erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem die zentrale Lage der Haltestelle sowie eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Diese ist am Autohof Nossen-Nord bisher nicht gegeben. Weder Busse des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) noch des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) halten direkt vor Ort. Die nächsten Bushaltestellen befinden sich knapp 600 Meter entfernt in Neubodenbach sowie fast einen Kilometer weit weg am Logistikcenter von Rewe in Starbach. Dort halten aus dem Netz der VVO die Linien 418 zwischen Rüsseina und Meißen sowie die 420, die Nossen und Lommatzsch miteinander verbindet. Von Seiten des VMS verkehrt die Linie 750 Freiberg-Döbeln auf einzelnen Fahrten am Autohof vorbei. Einen Haltepunkt gibt es aber nicht. Zudem fehlen an dem Autohof Parkplätze für Pendler. Die vorhandenen Stellflächen sind für Kunden sowie Mitarbeiter vorgesehen.

Edwin A. Scheper, einer der Geschäftsführung von Maxi Autohof, wollte sich zu den Plänen von Flixbus noch nicht äußern. Offen bleibt demnach, ob Pendlerparkplätze auf dem Areal entstehen könnten.

Zumindest von Seiten des VVO wird das Vorhaben von Flixbus positiv betrachtet. „Die Idee, den Autohof Nossen an den ÖPNV anzubinden, wenn dort Fernbusse halten, finden wir gut“, teilte Sprecher Christian Schlemper mit. Bisher habe sich Flixbus dazu allerdings nicht bei dem Verkehrsverbund gemeldet. „Natürlich ist es sinnvoll, die Fahrpläne aufeinander abzustimmen“, so Schlemper. Entscheidend für diese Umsetzung seien in einem zweiten Schritt der Landkreis Meißen als die verantwortliche Stelle für den Busverkehr sowie die lokalen Verkehrsunternehmen wie die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM).

Auch die VMS-Sprecherin Jeanette Kiesinger spricht bezüglich des Haltes und einer möglichen Verbindung zwischen Regionalbusverkehr mit Fernbus von einem „grundsätzlich guten Vorschlag.“ Denkbar sei, Fahrpläne aufeinander abzustimmen. Doch bisher sei Flixbus auch auf den VMS noch nicht zugekommen.

Laut Flixbus nutzen vor allem 18- bis 25-Jährige die Fernbusse. Darunter fallen Studenten, Auszubildende, Berufseinsteiger, aber auch junge Familien, wie Daniel Krebs sagt. An zweiter Stelle stehen die über 50-Jährigen, mit einem Anteil von 25 Prozent, darunter zehn Prozent, die älter als 65 Jahre sind. „Aber auch von Geschäftsreisende wird der Fernbus immer häufiger genutzt“, fügt Daniel Krebs hinzu.

Allein in diesem Jahr hat Flixbus nach eigenen Angaben bisher allein im deutschsprachigen Raum 50 neue Haltestellen in das Europa-Netz aufgenommen. „Auch regional auf innerdeutscher Ebene erfolgte ein deutlicher Ausbau des Streckennetzes“, so Krebs. Da sei auch für 2018 geplant.