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Döbeln

Flogen Steine oder Flaschen?

Rund 300 Euro Schaden sind nach dem Besuch eines Pubs entstanden. Die Zeugen widersprechen sich.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Roßwein. Der Besuch des Pubs an der Stadtbadstraße in Roßwein endete am 15. September 2018 um 1.45 Uhr lautstark und rabiat. Drei angetrunkene Männer sollen vor dem Haus zu Steinen gegriffen haben. Darin sind sich die Zeugen einig. Aber nur darin.

Es ist die zweite Verhandlung zu einem Vorfall, bei dem ein geschätzter Sachschaden von 300 Euro entstanden sein soll. Die drei Männer hätten im Pub getrunken und sich danach auf der Straße weiter unterhalten, erklärt ein 39-Jähriger. Er ist einer der Pub-Besucher und hat in einer vorangegangenen Verhandlung bereits einen Strafbefehl akzeptiert. Diesmal sitzt ein 34-Jähriger auf der Anklagebank, der augenscheinlich die Tatbeteiligung bestreitet.

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Während sich die Männer vor dem Haus unterhielten, seien sie aus einem Dachgeschossfenster mit Kronkorken beworfen worden. Weil diese zu leicht waren und beim Zurückwerfen nicht bis zum Obergeschoss flogen, hätten alle drei Männer zu kleinen Steinen gegriffen, die sie auf dem benachbarten Blumenbeet gefunden hätten, so der 39-Jährige. Die Steine hätten maximal einen Durchmesser von einem Zentimeter gehabt. Kaputt gegangen sei durch die Steinwürfe nichts. Auch von einem kaputten Briefkasten wisse der Zeuge nichts, denn er habe den Tatort vor den beiden anderen verlassen.

Ganz anders hört sich das Geschehen aus Sicht eines 22-Jährigen an, der zum Tatzeitpunkt bei einem Freund in der Dachgeschosswohnung zu Besuch war. Draußen habe es plötzlich geknallt. Offenbar seien Flaschen auf das Dach geflogen. Ein faustgroßer Stein sei durch ein offenes Fenster geworfen worden und habe in der Decke eine Kerbe hinterlassen. 

Der 22-Jährige bestreitet, dass er oder sein Freund Kronkorken aus dem Fenster geworfen haben. Aber er habe gehört, dass einer der Männer versucht habe, die anderen von ihrem Tun abzuhalten. Später habe es noch einmal gekracht. Das müsse ein Schlag gegen den Briefkasten gewesen sein, den der Zeuge und sein Freund später auf der Straße gefunden hätten. Am nächsten Morgen sei mit einem handgroßen Loch auch ein Schaden am Dach sichtbar geworden.

Eine Zeugin, die Licht in die Angelegenheit bringen könnte, blieb der Verhandlung zum zweiten Mal unentschuldigt fern. Sie wohnt in dem Haus und hat damals die Polizei informiert. Richterin Nancy Weiß verhängte gegen sie ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro, ersatzweise drei Tage Ordnungshaft. Außerdem werden ihr die Kosten auferlegt, die sie durch ihr Fernbleiben verursacht hat. Die Verhandlung wird fortgesetzt. Dann soll auch der Hauseigentümer gehört werden. (DA/rt)