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Flottes Internet für Pirnaer Haushalte

Die Telekom baut in Pirna die Versorgung über das VDSL-Netz aus. Allerdings liegt das nicht überall an.

© dpa

Von Thomas Möckel

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Pirna. Sie kennen das Problem? Sie wollen ins Internet, geben den Namen der Webseite ein, drücken auf Enter – und können dann erst einmal getrost einen Kaffee trinken gehen. Es braucht eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Seite zeigt, Bilder öffnen sich ruckelnd, Videos spielt das Gerät manchmal gar nicht ab. Doch die allzu lahmen Zeiten sind bald vorbei, demnächst kommt Schwung ins Pirnaer Datennetz.

Die Telekom will das schnelle Internet in der Stadt weiter ausbauen. Nach Auskunft des Unternehmens können ab Anfang kommenden Jahres weitere Einwohner mit Höchstgeschwindigkeit über die weltweite Datenautobahn fahren. Das flotte Surf-Vergnügen soll insgesamt 10 000 Haushalten zugutekommen.

Damit die Leitungen auf Tempo kommen, lässt die Telekom die Kapazität des sogenannten VDSL-Netzes erweitern. Der VDSL-Standard ermöglicht Datenübertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde – wenn man Dateien vom Rechner herunterlädt. Aber auch das Heraufladen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Hier soll die Geschwindigkeit von derzeit zehn auf später 40 Megabit pro Sekunde heraufgesetzt werden – weil immer mehr Menschen ihre Texte, Fotos und Videos übers Netz teilen.

Verträge müssen erweitert werden

Von dem Ausbau in Pirna profitieren vor allem die Einwohner in den Stadtteilen Altstadt, Birkwitz-Pratzschwitz, Copitz, Cunnersdorf, Hinterjessen, Liebethal, Mockethal, Posta, Sonnenstein, Süd- und Westvorstadt, Zatzschke, Zehista, Zuschendorf sowie die des Ortsteils Goes, der zur Gemeinde Dohma gehört. Nach Angaben des Telekommunikations-Dienstleisters arbeite man mit der Stadt bislang sehr konstruktiv zusammen, sämtliche Genehmigungen für den Ausbau seien innerhalb kürzester Zeit erteilt worden. „Dadurch kommt der Ausbau sehr gut voran, der Zeitplan wird eingehalten“, sagt Hendrik König, Regiomanager der Telekom für den Netzausbau in Pirna und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In der zurückliegenden Zeit wurden für das schnellere Internet bereits 15 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt und mehr als 40 neue Schaltverteiler errichtet. Insgesamt werden nach Ende der Bauarbeiten 110 Schaltverteilerkästen installiert und über 40 Kilometer Glasfaserkabel verlegt sein. Schon Ende dieses Jahres, sagt König, könnten die ersten Kunden das neue Netz nutzen. Vollständig soll der Ausbau im März 2016 abgeschlossen sein.

Wer allerdings in Pirna und Teilen von Dohma in den Genuss des flinken Datenübertragungstempos kommen will, muss seinen bestehenden Vertrag erweitern oder einen neuen Kontrakt mit der Telekom schließen. Andernfalls lahmt das Internet möglicherweise weiter.

Förderprogramm für abgelegene Stadtteile

Eines ist jedoch schon jetzt gewiss: Sämtliche Pirnaer Haushalte über neu zu verlegende Glasfaserkabel mit schnellem Internet zu versorgen, scheint unmöglich. Nach Auskunft der Stadt sei ein solcher Aufwand wirtschaftlich nicht vertretbar.

Für all jene, die beim aktuellen Ausbau nicht berücksichtigt werden, soll aber nach anderen Lösungen gesucht werden. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte der Landkreis eine Breitband-Umfrage gestartet. Dabei sollten Experten analysieren, an welchen Stellen im Kreis überhaupt schon schnelles Internet verfügbar ist. Die Daten werden derzeit ausgewertet. Pirna hofft indes, künftig mithilfe eines Förderprogramms schnelles Internet auch in weiter weg gelegene Stadtteile und Straßen bringen zu können.

Der aktuelle Ausbau in Pirna ist Teil der Telekom-Breitbandoffensive „Integrierte Netz-Strategie“. Bis Ende 2018 will der Telekommunikations-Dienstleister nach eigenem Bekunden rund zwölf Millionen Euro in die Kabel-Infrastruktur investieren. Schon bis Ende 2016 soll sich die Zahl der bundesweiten VDSL-Anschlüsse von zwölf auf 24 Millionen erhöhen und das Datentempo kontinuierlich steigern.