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Flüchtlings-Tipps online

Firmenchefs sind oft unsicher, ob sie Asylbewerber ausbilden oder einstellen dürfen. Als Ratgeber in Sachsen empfiehlt sich die Immobilienwirtschaft.

© Screenshot: szo

Von Georg Moeritz

Dresden. Wer einen anerkannten Asylbewerber ausbilden möchte, braucht keine Extra-Erlaubnis von der Stadt- oder Kreisverwaltung. Komplizierter ist es bei „geduldeten“ Flüchtlingen, bei denen die Ausländerbehörde den Antrag prüfen muss. Wegen solcher Unterschiede sind manche Unternehmer in Sachsen unsicher, ob sie Flüchtlinge einsetzen dürfen. Hilfe kommt jetzt vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft VDW Sachsen in Dresden. Referent Alexander Müller weiß von 20 Fällen, in denen sein Verband bei der Integration von Flüchtlingen helfen konnte.

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Dass gerade die Wohnungswirtschaft eine Hotline und eine Internetseite zu diesem Thema anbietet, begründet Müller mit Erfahrung: Vor allem kommunale Wohnungsgesellschaften haben Flüchtlinge als Mieter und möchten, dass die ohne große Schwierigkeiten leben und arbeiten. Müller ist daher froh, dass etwa ein Bäcker in Reichenbach und eine Spedition in Borna Flüchtlingen Beschäftigung bieten. Inder kamen so in Sachsen unter. Auf Firmenveranstaltungen hat der VDW seine Hotline schon bekannt gemacht.

Die Nachfrage sei „enorm“. Hunderte Firmen hätten sich gemeldet, darunter große. Viele Arbeitgeber würden gerne Flüchtlingen helfen. Manche hätten aber Angst, fälschlich der Schwarzarbeit beschuldigt zu werden. Andere seien unsicher wegen Vorbehalten gegen Flüchtlinge und wollten ihre Hilfe nicht bekannt machen. Möglicherweise sei die Hemmschwelle zum Nachfragen bei einem Verband niedriger als etwa bei der Arbeitsagentur.

Der VDW gibt nicht nur Tipps zum Umgang mit Flüchtlingen: „Wir sind auch offen für Spanier“, sagte Müller. Die Internetseite allerdings erwies sich beim Test der SZ am Mittwoch als sperrig: Der Nutzer musste sich durch etliche Seiten klicken und sollte schließlich Nutzungsbedingungen akzeptieren, die nicht zu lesen waren. Müller sagte Änderungen zu. Übersichtlicher ist das Angebot der Industrie- und Handelskammer unter dresden.ihk.de, Themen, Beschäftigung von Flüchtlingen. Allerdings ist dort noch von einer Vorrangprüfung die Rede, die es nicht mehr gibt.

www.leitstelle-kmu-sachsen.de; Tel. 0800/7723000