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Flüchtlingsansturm in Italien: 3.500 Migranten an zwei Tagen

Weiter strömen Tausende Flüchtlinge aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien. Allein am Wochenende waren es über 3500 - damit sind es 2014 bereits mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

Rom. Die italienische Marine hat am Wochenende einen beispiellosen Ansturm von Bootsflüchtlingen bewältigen müssen. Allein am Samstag erreichten mehr als 3.000 Menschen über das Mittelmeer die Küsten des Landes, so viele wie noch nie innerhalb eines Tages.

Insgesamt brachten die Marine und die Küstenwache mehr 3517 Flüchtlinge in Sicherheit, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag berichtete. Damit sind dieses Jahr schon mehr als 43.000 Flüchtlinge nach Italien gekommen - so viele wie im gesamten vergangenen Jahr.

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Die Migranten hatten an diesem Wochenende in einer Vielzahl von Booten in Nordafrika abgelegt. Die Rettungskräfte nahmen die Menschen an Bord oder schleppten ihre Boote nach Sizilien ab. Die meisten von ihnen sollten im Laufe des Sonntags am sizilianischen Festland ankommen, einige wurden jedoch auch nach Lampedusa gebracht. Obwohl das Aufnahmelager dort geschlossen ist, mussten mehrere Schiffe mit Flüchtlingen an der Insel anlegen, wie Ansa berichtete.

Die meisten Flüchtlingsboote legen in Nordafrika ab. Vor allem aus Syrien kommen wegen des andauernden Bürgerkrieges vermehrt Migranten in Italien an. Mit dem Hilfsprogramm „Mare Nostrum“ kommt Italiens Marine seit den zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa im Herbst 2013 den Flüchtlingsbooten verstärkt zu Hilfe. Das hat den Migrantenstrom seit Monaten massiv erhöht. Auch in Schönwetterperioden versuchen mehr Flüchtlinge aus Afrika oder dem Nahen Osten, in oftmals wenig seetauglichen Booten nach Italien zu gelangen.

Dieses Mal waren zahlreiche Fregatten, andere Schiffe und Motorboote an den Rettungsaktionen beteiligt. Das Marineschiff „Libra“ nahm nach Angaben der Behörden 450 Migranten an Bord und begleitete einen Schlepper mit etwa 1.300 Flüchtlinge in den Hafen von Ragusa. Ein Fischerboot mit 250 Migranten war bereits dorthin geschleppt worden. Auch am sizilianischen Hafen Empedocle kamen zahlreiche Flüchtlinge an, unter anderem zwei Boote mit insgesamt mehr als 800 Menschen.

Italiens Innenminister Angelino Alfano hat immer wieder mehr Unterstützung von den europäischen Partnern gefordert, da Rom den massiven Flüchtlingsansturm alleine nicht mehr bewältigen könne. Er hatte gewarnt, an der nordafrikanischen Küste warteten Hunderttausende Migranten darauf, nach Europa zu gelangen. (dpa)