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Bautzen

Flüchtlingshelfer reden mit Witschas

Die Affäre um vertrauliche Kontakte des Vize-Landrats zum Ex-NPD-Kreischef führten vor zwei Jahren zu Differenzen. Nun ist man wieder im Gespräch.

Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) und Vertreter des Demokratienetzwerkes haben über die weitere Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung gesprochen.
Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) und Vertreter des Demokratienetzwerkes haben über die weitere Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung gesprochen. © Archivfoto: Robert Michalk

Bautzen/Kamenz. „Wir reden wieder miteinander“ – das ist das Fazit eines Gesprächs zwischen Landkreisverwaltung und Vertretern des Demokratienetzwerkes, das vorige Woche in Kamenz stattgefunden hat. Ziel des Treffens sei es gewesen, Punkte des Unmutes der Akteure der Flüchtlingshilfe und Demokratiearbeit auszuräumen und Vereinbarungen über die weitere Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung zu treffen, heißt es in einer Pressemitteilung des unter dem Namen Trägerverbunt agierenden Netzwerkes für Demokratie und Vielfalt.

Hintergrund sind Differenzen zwischen der Kreisverwaltung und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern – ausgelöst durch vertrauliche Kontakte von Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) zum früheren NPD-Kreisvorsitzenden Marco Wruck im Sommer vor zwei Jahren. Nachdem damals die Kommunikation der beiden über die angespannte Lage nach den Krawallen auf dem Kornmarkt in Bautzen bekannt geworden war, forderten Flüchtlingshelfer den Rücktritt von Witschas und stellten die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt ein. Als Konsequenz aus der Affäre verlor Witschas damals die Zuständigkeit für das Ausländeramt, in diesem Frühjahr bekam er sie aber wieder zurück.

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Nun herrscht also auch seitens der Flüchtlingshelfer wieder Gesprächsbereitschaft. So werde der Dialog fortgesetzt, bei einer Veranstaltung im November soll das Thema „Schulen und Flüchtlingskinder“ näher beleuchtet werden. Der Trägerverbunt sieht darüber hinaus in den Aussagen der „Bautzener Erklärung für Demokratie und Toleranz“, die vom Kreistag im März 2018 verabschiedet wurde, eine wichtige Grundlage der gemeinsamen Arbeit. Für deren Ziele einzutreten, sei nicht nur Aufgabe der Kreisverwaltung, sondern aller Städte und Gemeinden, Vereine und Initiativen sowie aller Bürger, denen Demokratie und Toleranz wichtig sind. (SZ)