merken

Flüchtlingszahl vervierfacht

Die Flüchtlingswelle im östlichen Mittelmeer erreicht einen neuen Höhepunkt. Eine neue Tragödie konnte nur durch Glück abgewendet werden. Alle fragen: Wohin mit den Menschen?

© dpa

Athen. Die Flüchtlingswelle in der Ägäis nimmt immer größere Dimensionen an. Die Zahl der Migranten, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, hat sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast vervierfacht.

Insgesamt seien im Januar, Februar und März 10 445 Migranten aufgegriffen worden, teilte die griechische Küstenwache am Donnerstag mit. Die meisten stammen aus Syrien. Im ersten Quartal 2014 waren es 2 863 Menschen. Am Donnerstag konnten mehr als 100 Migranten mit etwas Glück die abgelegene Kleininsel Gavdos südlich von Kreta erreichen. Zuvor hatten sie ein Notsignal gesendet.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Wie die griechische Küstenwache mitteilte, sollen die an Bord eines ägyptischen Fischkutters angekommenen Migranten von Gavdos nach Kreta gebracht werden. Die rund 150 Einwohner von Gavdos können die Flüchtlinge nicht versorgen, berichtete das Staatsradio.

Die Verbände der Beamten von Polizei- und Küstenwache hatten am Vortag an die Regierung appelliert, nicht noch mehr Migranten aufzunehmen. „Wir heben die Hände hoch“, hieß es in einer Erklärung der Polizeibeamten der Insel Kos. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass dort im Hof der Polizei- und der Küstenwachestationen Hunderte Migranten - darunter zahlreiche Kleinkinder - auf der Erde schlafen. Das Militär brachte nach Medienberichten Zelte, um die Menschen unterzubringen.

Auch Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis erklärte im Fernsehen, diese Situation könne „nicht mehr so weitergehen“. Verzweifelte Migranten kommen von den Inseln nach Athen und versuchen etwas Essbares zu finden. Sie hoffen, dass sie irgendwie nach Mitteleuropa gelangen. Die Mitarbeiter und Konten der humanitären Organisationen sind erschöpft. Der griechische Staat kann auch nicht helfen. Tausende Griechen werden wegen der schweren Finanzkrise von der Kirche durchgefüttert.

„Wir haben 2 000 US-Dollar pro Kopf bezahlt, um von der Türkei nach Kos in Griechenland gebracht zu werden“, sagte ein syrischer Familienvater im griechischen Fernsehen. Jetzt hoffen er und seine vierköpfige Familie, nach Athen und danach nach Schweden weiter zu reisen, hieß es.

In der Westtürkei warten nach Schätzungen der griechischen Küstenwache Zehntausende Migranten auf eine Gelegenheit, nach Griechenland und damit in die EU zu kommen. Allein am Mittwoch waren auf den griechischen Ägäisinseln Lesbos, Chios, Agathonisi, Kos und Rhodos knapp 500 Migranten angekommen. (dpa)