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Flüchtlingszustrom ist finanzierbar

Der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth machte am Freitag Schülern des Städtischen Gymnasiums Mut. Die hatten kritische Fragen.

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Von Britta Veltzke

Riesa. Der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) sagte am Freitag bei einer Podiumsdiskussion im Städtischen Gymnasium, dass Deutschland den aktuellen Zustrom von Flüchtlingen bewältigen könne, ohne dabei Schulden zu machen. „Das schafft unser Finanzminister Schäuble, ohne die schwarze Null zu gefährden.“ Mackenroth antwortete damit auf die Frage einer Schülerin. Sie könne es nicht nachvollziehen, dass für Anschaffungen, etwa im Musikraum der Schule, Geld fehle, nun aber viele Millionen für die Versorgung der Flüchtlinge da seien. Mackenroth klärte daraufhin auf, dass das Geld für die Schulen vom Freistaat Sachsen komme, das für die Flüchtlinge aber zum größten Teil aus dem Bundeshaushalt. „Die Schulen bekommen jetzt nicht weniger, weil für Flüchtlinge mehr ausgegeben wird“, stellte Geert Mackenroth klar.

Andere Schüler sorgten sich um kulturelle Unterschiede. Gerlinde Franke – bei der Diakonie zuständig für den Bereich Asyl – saß ebenfalls auf dem Podium: „Ihr müsst die Kulturbrille abnehmen und den Menschen dahinter sehen.“ Wenn ihr ein Flüchtling nicht die Hand gebe, sei er nicht per se unhöflich. „Ich weiß dann, dass er noch nicht lange bei uns ist. Es ist im arabischen Raum unhöflich, fremde Frauen zu berühren.“ Kulturelle Missverständnisse könnten sich aber leicht klären: „Man muss aufeinander zu gehen.“ Den Schülern riet sie, sich für Flüchtlinge zu engagieren. „Die Religion sollte dabei hintenanstehen.“

Auch Barbara Korsowski vom Landratsamt sowie der 17-jährige Syrer Taher Alasad beantworten die Fragen der 180 Schüler. Vielen war das Thema laut Schulleiter Eberhard Henke so wichtig, dass sie dafür nach Unterrichtsschluss blieben.