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Flusspegel sinken weiter

Was Ferienkinder freut, verursacht bei Behörden und Wissenschaftlern Sorgen. Dieser Sommer ist zu heiß und vor allem viel zu trocken.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Döbeln. Das Wasser in der Freiberger Mulde fließt träge in ihrem Bett. An der Messstelle in Mahlitzsch ist auf einen Blick zu erkennen: Es ist wenig Wasser im Fluss. Gerade mal etwa 51 Zentimeter weist der Pegel dort noch auf. An der Nossener Messstation sind es sogar nur 35 Zentimeter. Die Striegis in Böhrigen ist aktuell nur 43 Zentimeter tief. Und auch in der Zschopau in Kriebstein ist der Wasserstand auf gerade noch 30 Zentimeter gesunken. In fast allen sächsischen Flüssen herrscht Niedrigwasser.

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Die Aussichten auf eine Entspannung des Wasserhaushaltes sehen trüb aus, stellt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft fest. „Die geringen Niederschläge der letzten Wochen ließen das Niederschlagsdefizit an den sächsischen Messstationen weiter ansteigen“, heißt es im aktuellen Monatsbericht des Landesamtes. Seit dem Frühjahr werden weiter sinkende sowie fallende Grundwasserstände und Flusspegel registriert. „An den Pegeln der sächsischen Fließgewässer ist weiterhin eine gleich bleibende, beziehungsweise sogar leicht sinkende Tendenz der Wasserführung zu beobachten“, heißt es weiter. Demnach bewegt sich der Durchfluss in der Mulde aktuell nur noch bei 15 bis 40 Prozent gegenüber des durchschnittlichen Monatsmittelwertes.

Regelmäßig melden lokale und regionale Wetterbeobachter für den Deutschen Wetterdienst auch Werte zur Bodenfeuchte. In der Nossener Messstation konnte demnach in den vergangenen zehn Tagen nur drei Mal ein nennenswerter Niederschlag gemessen werden. Am 10. und
12. Juli fielen jeweils etwa zehn Millimeter, am 11. Juli nur etwa drei Millimeter Regen. Außerdem wird festgestellt, dass Pflanzen erst in einer Tiefe ab 35 Zentimetern ausreichend Feuchtigkeit finden. Alle Pflanzen, deren Wurzeln nur in die obere Bodenschicht reichen, leiden derzeit unter extremen Trockenstress.

Auch das Landratsamt Mittelsachsen weist auf die extreme Trockenheit und damit auf besondere Regeln hin. So ist es nur mit einer Erlaubnis der zuständigen unteren Wasserbehörde gestattet, Wasser aus Bächen, Flüssen, Gräben, Teichen und Seen zu entnehmen. Ausnahmen gelten nur für den Gemeingebrauch, das bedeutet, jedermann darf Wasser aus Gewässern nur durch Schöpfen mit Handgefäßen (zum Beispiel Eimer oder Gießkanne), in kleinen und unschädlichen Mengen entnehmen. Pächter und Eigentümer eines Wassergrundstückes dürfen Wasser für den eigenen (auch landwirtschaftlichen) Bedarf mit und ohne Pumpe entnehmen, sofern dadurch keine Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes in jeglicher Form, der Wasserqualität und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere verursacht wird. Zudem ist das Aufstauen des Gewässers nicht zulässig, so die Behörde. Aufgrund dessen appelliert die Landkreisverwaltung an alle Bürger, sich bei der Wasserentnahme aus den Flüssen und Seen zurückzuhalten.

Die Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde kündigen an, die Situation an den Gewässern zu beobachten und verstärkt Ortskontrollen durchzuführen, um Zuwiderhandlungen zu ahnden.