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Flutmulde, die Dritte

Das Bohrgerät ist in den nächsten Abschnitt gerückt. Doch vor dem Einsatz musste das Museum der Pferdebahner gesichert werden.

© André Braun

Von Cathrin Reichelt

Döbeln. Der zweite Abschnitt des Ausbaus der Flutmulde zwischen den Brücken am VW-Autohaus und der Johannisstraße ist fast abgeschlossen. Nachdem die Mitarbeiter der Firma Furch Grundbau aus Berlin in den vergangenen 14 Tagen das Fundament des Pferdebahnmuseums gesichert haben, werden sie ihre Arbeit in drei bis vier Wochen an der Brücke am VW-Autohaus fortsetzen. „Die Fundamente der Brücke werden verstärkt und stabilisiert“, sagt Stefan Hain, Projektleiter der Landestalsperrenverwaltung für den ersten und zweiten Bauabschnitt. Zuvor erfolgen voraussichtlich in der kommenden Woche noch einige Erkundungsbohrungen an der Brücke.

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Von dort bis zur Brücke Johannisstraße ist die Flutmulde fertig gepflastert. Was im Bereich des Körnerplatzes wie ein Durchlass aussieht, ist eine vorübergehende Querungshilfe für die Baufahrzeuge. Ansonsten müssten sie große Umwege fahren, wenn sie von einer auf die andere Uferseite der Mulde wechseln wollen.

Die Mitarbeiter der Firma Hundhausen aus dem Erzgebirge sind indes mit ihren Gerätschaften in den dritten Bauabschnitt weitergerückt. Bevor dort die Bohrarbeiten beginnen konnten, „wurde eine Kampfmittelsondierung durchgeführt“, sagt John-Philipp Müller, Projektleiter der Landestalsperrenverwaltung für den dritten und vierten Abschnitt. Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass sich Granaten oder gar größere Sprengkörper im Boden befinden. Anschließend haben die Arbeiter Vorbereitungen für einen Düker getroffen, den die Döbelner Stadtwerke und die Oewa Wasser und Abwasser GmbH für Gas- und Wasserleitungen nutzen wollen. Kurz vor dem Körnerplatz wurden die ersten Bohrpfähle gesetzt. Jetzt wird auf der Seite der Breite Straße eine Bohrpfahlwand stromaufwärts in Richtung Wehr gezogen.

Die Arbeiten ähneln denen der ersten beiden Abschnitte. Der jetzige ist rund 400 Meter lang. Auch in diesem Bereich wird die Flutmulde verbreitert und tangiert dann direkt das Pferdebahnmuseum und die gegenüberliegenden Mehrfamilienhäuser am Körnerplatz.

Aber auch die werden zuvor mit dem sogenannten Hochdruckinjektionsverfahren abgefangen. Dabei wird ein Bohrgestänge mit hohem Druck neben dem Fundament des Gebäudes bis unter die Flusssohle in den Boden getrieben. Ein rotierender Schneidstrahl aus Wasser und Luft fräst bei diesem Vorgang den Boden auf. „Am Ende des Bohrgestänges befindet sich eine Düse, aus der mit einem Druck von bis zu 400 Bar einem Zementgemisch kommt, das mit dem Boden vermengt wird“, erklärt Dirk Exner, Bauleiter der Firma Furch Grundbau. Wird das Gestänge wieder nach oben gezogen, entsteht eine Säule mit einem Durchschnitt bis zu zwei Metern. Solche aneinandergereihte Säulen sorgen nach dem Aushärten für die Stabilität des Gebäudefundaments.

Der dritte Bauabschnitt ist bis Mitte des Jahres 2019 geplant. Zwischenzeitlich, etwa in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres, soll der Neubau der Brücke an der Straße des Friedens beginnen. Die Fußgänger können während der Bauzeit den Tümmler-Steg am Kaufland nutzen. Für die Kraftfahrer wird es eine Umleitung geben.