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Döbeln

Förderschüler im Wettkampffieber

Der Titel „sportfreundliche Schule“ spornt an. Ab diesem Schuljahr werden sogar Rekorde gesammelt. Das Preisgeld hilft.

Lea-Sophie und Sebastian René gehören zu den sportlichsten Schülern der Lernförderschule „Albert Schweitzer“ in Roßwein. Dass die eine „sportfreundliche Schule“ ist, hat das Kultusministerium bescheinigt. © Lars Halbauer

Roßwein. Wer Erfolg hat, der zeigt dies gern. Den Schülern der Roßweiner Lernförderschule „Albert Schweitzer“ geht das nicht anders. Viele sind sportlich gut unterwegs, kommen von Wettkämpfen oft mit Urkunden und Medaillen zurück.

Im Schulhaus steht jetzt eine neue Vitrine, in der mindestens zwei Dutzend errungene Pokale im Neonlicht funkeln. Gleich nebenan gibt es eine Riesenpinnwand. An der hängen eine Menge Urkunden für Bestleistungen im Schwimmen, Fußball, in der Leichtathletik oder im Zweifelderball. Vitrine und Pinnwand konnten mit einem Preisgeld gekauft werden – ebenso wie eine Sprossenwand, neue Bälle und eine Anzeigetafel für die Stadtsporthalle. 

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Insgesamt 600 Euro waren es, die das Kultusministerium mit der Auszeichnung als „Sportfreundliche Schule“ an die Roßweiner Förderschüler und -lehrer verbunden hat.

Diese Ehrung ist nicht nur für den Sportfachverantwortlichen Michael Koslowski und seine Sportlehrerkollegin Margit Matolin Ansporn, sportlich am Ball zu bleiben. Auch die Schüler freuen sich auf jeden neuen Wettkampf. Inzwischen sind es mindestens acht bis zehn jedes Jahr, an denen die Roßweiner Förderschüler teilnehmen – und mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen. 

Wahrscheinlich ist so das Kultusministerium auch darauf aufmerksam geworden, wieviel Wert auf sportliche Aktivität an der Förderschule gelegt wird. „Denn bewerben kann man sich um die Auszeichnung ,sportfreundliche Schule‘ nicht“, erklärt Koslowski. Eine Tradition seit 2003 ist beispielsweise der Schwimmwettbewerb, den die Förderschule für die Einrichtungen aus der Region im Freibad Wolfstal organisiert.

Für die Sportpädagogen ist es immer wieder erstaunlich, wie sich ihre Schützlinge auch gegen die Mitbewerber aus größeren Schulzentren durchsetzen können. Die Erfolge gönnen sie ihnen von Herzen. Denn die seien Motivation und für diejenigen, denen das Lernen schwer fällt, umso wichtiger, verdeutlicht Margit Matolin.

Auch in den Schulalltag werden Wettbewerbe eingebaut. Die Bundesjugendspiele für die ersten bis vierten Klassen sind ein jährlich wiederkehrendes Beispiel dafür. Dabei können sich die Schüler im Werfen, Springen, Sprinten und auf einem Hindernisparcours messen. 

„Ganz wichtig sind aber auch die schulübergreifenden Wettkämpfe“, findet Matolin. Da stünden die Schüler sportlichen Konkurrenten gegenüber, die sie nicht kennen. Der bisher größte Erfolg der Roßweiner Förderschüler ist ein zweiter Platz beim Landesfinale im Bereich Leichtathletik gewesen. „Solche Wettkämpfe sind auch von der Atmosphäre her etwas Besonderes“, sagen die Sportpädagogen.

Vom Preisgeld angeschafft wurde auch eine Tafel, auf der in Zukunft die Schulrekorde stehen. Die Auswertung ist für den vorletzten Tag des Schuljahres geplant, an dem die Schüler ihre Ergebnisse ebenso auf anderen Gebieten vorstellen werden.

Sport gehört an der Förderschule auch nach Unterrichtsschluss noch zum Programm, genau zum Ganztagsangebot. Dann können sich die Schüler zum Beispiel in Trendsportarten wie Inline-Skating oder Klettern versuchen, in den Boxring treten, Reiten oder etwas für einen gesunden Rücken tun. 

Bewusst halten die Lehrer das sportliche Angebot breit. „Leider sind die wenigsten unserer Schüler in einen Verein integriert“, bedauert Margit Matolin. Das habe verschiedene Gründe. Einer ist, dass die Schüler oft auswärts wohnen, ein anderer, dass manchmal die Unterstützung aus dem Elternhaus fehlt.

Neben dem Sport wird in der Lernförderschule großer Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Ein gesundes Frühstück soll es jeden Tag geben. Was außerdem möglich ist, lernen die Schüler im Fach Hauswirtschaft. In Sachen Berufsvorbereitung erzielen die Roßweiner im Fach Arbeitslehre beachtliche Erfolge. Auch das macht die Albert-Schweitzer-Schule aus, an der rund 200 Kinder und Jugendliche lernen.