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Arbeit und Bildung

Fokussiert durch die Vorlesung

Mit diesen Tipps steigern Studenten ihre Konzentration.

Wer mit Wissensgewinn aus der Vorlesung gehen will, schreibt am besten mit.
Wer mit Wissensgewinn aus der Vorlesung gehen will, schreibt am besten mit. © Bodo Marks/dpa-tmn

Fünf Minuten den Ausschweifungen des Professors gefolgt und schon hängt man tief im Hörsaal-Stuhl und öffnet wie fremdgesteuert Instagram auf dem Handy. Wer wirklich was aus der Vorlesung mitnehmen will, sollte den Einsatz erhöhen - zum Beispiel mit einer Wette.

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90 Minuten dauert eine Vorlesung in der Regel. Die ganze Zeit über aufmerksam zuzuhören - das schafft fast keiner. Aber wie vermeiden Studierende, dass sie alle paar Minuten abschweifen? Schauspieler, Vortragsredner und Kommunikationstrainer Lutz Herkenrath verrät seine besten Tipps.

Warum fällt es oft so schwer, einer Vorlesung zu folgen?

Lutz Herkenrath: Meine Devise lautet: Meine Haltung wird beeinflussen, wie ich mich verhalte. Wenn ich als Student in der Vorlesung oder im Seminar sitze und mir sage «Hey Dozent, mach mich denken. Aber so, dass ich mich nicht langweile, unterhalte mich!», dann werde ich im größten Teil der Fälle enttäuscht. Ich muss also meine Erwartungen verändern, damit ich aus der Vorlesung etwas mitnehme.

Und zwar wie?

Herkenrath: Man kann sich zum Beispiel überlegen: «Ich bringe Einsatz dafür, hier zu sein - meine Zeit etwa. Da will ich auch den vollen Output mitnehmen.» Mit dieser Haltung akzeptiert man dann auch unbequeme Ratschläge eher.

Was sind das für Ratschläge?

Herkenrath: Wir neigen dazu, uns in die eigene Tasche zu lügen. Zum Beispiel, indem wir denken: «Ich bin multitaskingfähig.» Aber das funktioniert nicht. Ich kann nicht gleichzeitig einer Vorlesung lauschen und ständig am Handy hängen. Wenn ich wirklich was lernen will, muss ich mir knallhart sagen: Smartphone aus. Es reicht nicht, das im Rucksack oder unter dem Tisch verschwinden zu lassen.

Bleiben noch genug andere Ablenkungen. Was können Studierende noch machen?

Herkenrath: Noch so eine beliebte Lüge ist: «Das kann ich mir auch so merken.» Nein. Ich muss schon mitschreiben, dann kann ich der Vorlesung fokussierter folgen. Außerdem ist Zuhören Hochleistungssport - es reicht nicht, nur körperlich anwesend zu sein. Dafür sollte ich mich vorbereiten: Zum Beispiel, indem ich vorher gut esse und trinke.

Und wenn das alles nicht hilft?

Herkenrath: Wer sich denkt: Wenn ich nur will, habe ich genug Disziplin, wird keinen Erfolg sehen. Um sich da selbst auszutricksen, setzt man sich am besten in eine der ersten Reihen. Dann hat der Dozent mich im Blick. Mit dieser Form der Kontrolle bleiben Studierende konzentrierter bei der Sache. Oder man schließt eine Wette mit den Kommilitonen ab und erhöht so den Einsatz sogar noch. Wer abschweift oder auf sein Smartphone schaut, muss den Wetteinsatz begleichen.

Selbst wenn ich mit diesen Tricks aufmerksam gelauscht habe, wie bekomme ich den Stoff für die Prüfung in meinen Kopf?

Herkenrath: Als Schauspieler weiß ich, riesige Textmassen behält man nicht, wenn man stundenlang versucht, sie auswendig zu lernen. Besser klappt es mit der sogenannten Lackier-Methode. Sie funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Stück Holz zu lackieren: Erst eine dünne Schicht Lack auftragen, dann das Holz trocknen lassen. Beim Lernen sieht das so aus: Ich lerne für 10 Minuten, für den Rest der Stunde mache ich etwas ganz anderes und lasse den Stoff einsickern. Das wiederholt man den Tag über und behält das Gelernte am Ende besser, als wenn man sich in einer Stunde alles ins Gehirn zu pressen versucht.

dpa