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Folgenschwerer Zufallsfund

Ein 28-Jähriger muss in seiner Wohnung kiloweise Drogen gehortet haben. Das kam bei einem Löscheinsatz heraus.

© dpa/Volker Hartmann

Von Alexander Schneider

Wegen Brandgeruch rasten Feuerwehr und Polizei in die Bautzner Straße. Die Männer brachen an jenem 24. Oktober vergangenen Jahres die Einraumwohnung im ersten Stock des Hauses auf. Es roch intensiv nach Holzkohle und Räucherstäbchen. Einen richtigen Brand gab es nicht zu löschen. Am offenen Fenster stand ein Topf mit glühender Holzkohle, darauf der Rost eines Einweggrills und getrocknete Pilze. Die Feuerwehr löschte die Glut – und dann kam die Polizei ins Spiel. Auf der Suche nach Hinweisen auf den Wohnungsinhaber entdeckte die Polizei in der kleinen Wohnung einen ganzen Haufen Drogen.

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Seit Donnerstag steht der 28-jährige Algerier Miloud B. vor dem Landgericht Dresden. Laut Anklage soll er monatelang mit drei Komplizen unerlaubt mit Betäubungsmitteln gehandelt haben. Als Beweis wird der in jener Nacht sichergestellte Drogenfund angeführt: 3,1 Kilogramm Marihuana, 1,8 Kilo Haschisch, 18 Cannabispflanzen, 278 Gramm Kokain, 220 Gramm getrocknete Pilze und weitere 45 Gramm Pilze in unterschiedlichen Wachstumsstadien.

Eine Polizistin hat als Zeugin diese Entdeckung anschaulich beschrieben. Ein Reisekoffer sei voller Haschisch gewesen, in der Schrankwand lagen Pilze zum Trocknen aus. Möglicherweise sei jemand, der die Pilze auf dem Grill getrocknet hatte, vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem offenen Fenster gesprungen und geflüchtet. Die Beamten bewachten die aufgebrochene Wohnung, ehe am nächsten Morgen die Kollegen zur Spurensicherung anrückten.

B. schweigt zu den Vorwürfen – drei Verteidiger stehen ihm zur Seite, Carsten Brunzel, Ines Kilian und Henning Schneider. Sie kritisieren, dass es keinen richterlichen Beschluss vor der Wohnungsdurchsuchung gab. Das Verfahren sei wegen eines Beweisverwertungsverbots einzustellen, beantragten sie mehrfach. Das Gericht wies die Anträge zurück. Der Prozess wird fortgesetzt.