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Die Formel 1 kehrt nach Deutschland zurück

Die Überraschung ist perfekt: Die Serie fährt im Oktober wieder auf dem Nürburgring - zum 40. Mal. Damit nimmt auch der Not-Kalender weiter Form an.

Den bisher letzten Formel-1-Lauf auf dem Nürburgring gewann 2013 Sebastian Vettel im Red Bull. Nach siebenjähriger Abstinenz gastiert die Serie im Oktober wieder auf der Traditionsrennstrecke.
Den bisher letzten Formel-1-Lauf auf dem Nürburgring gewann 2013 Sebastian Vettel im Red Bull. Nach siebenjähriger Abstinenz gastiert die Serie im Oktober wieder auf der Traditionsrennstrecke. © Archiv: dpa/Jens Büttner

Von Marco Heibel

Köln. Die Corona-Krise macht es möglich. In seinem letzten Ferrari-Jahr bekommt Sebastian Vettel doch noch ein Heimspiel. Die Formel 1 bestätigte am Freitag, dass der elfte Saisonlauf am 11. Oktober auf dem Nürburgring stattfindet. Außerdem terminierte sie die Rennen am 25. Oktober in Portugal und am 11. November in Italien.

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"Natürlich sind wir voller Vorfreude auf das Ereignis und auch ein wenig stolz darauf, dass wir die Formel 1 an den Nürburgring zurückholen konnten", betonte Mirco Markfort. Der Geschäftsführer ergänzte: "Die Möglichkeit einer Formel 1 am Nürburgring wurde in den vergangenen Wochen immer wahrscheinlicher. In sehr partnerschaftlich geführten Gesprächen ist es uns nun gelungen, ein gemeinsames Konstrukt zu finden, mit dem beide Seiten sehr gut leben können. Uns war es immer wichtig, dass die Austragung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist."

Formel-1-Boss Chase Carey erklärte: "Wir freuen uns, dass wir bei der Fertigstellung unserer Pläne für die Saison 2020 weiter große Fortschritte machen. Wir möchten den Veranstaltern, den Teams und der Fia für ihre volle Unterstützung bei unseren Bemühungen danken, unseren Fans in dieser Saison spannende Rennen in einer beispiellosen Zeit zu bieten."

Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort freut sich auf das Comeback der Formel 1 in der Eifel.
Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort freut sich auf das Comeback der Formel 1 in der Eifel. © dpa/Thomas Frey

Im vor Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichten Rennkalender fand Deutschland keinen Platz mehr. Doch viele der ursprünglich geplanten 22 Läufe wurden aufgrund von Covid-19 abgesagt oder verlegt.

In Deutschland sind die Infektionszahlen niedriger als in vielen anderen potenziellen Austragungsländern rund um die Welt. Deswegen und aufgrund der Organisationserfahrung wurde das Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher in der größten Krise der Formel 1 wieder zur heißen Adresse.

Das Rennen auf dem Nürburgring heißt aus lizenzrechtlichen Gründen Großer Preis der Eifel und nicht Deutschland-Grand-Prix. 2013 gewann Vettel den bisher letzten Formel-1-Lauf in der Eifel. Damals feierte er im Red Bull auch seinen vierten und bislang letzten WM-Titel. Insgesamt gastiert die Formel 1 seit 1951 zum 40. Mal auf dem Nürburgring. Davon fanden bis 1976 22 Rennen auf der legendären, gefährlichen Nordschleife statt.

Imola erlebt das Format der Zukunft

Der Große Preis von Deutschland fand seit 2014 viermal in Hockenheim statt. Die Strecke in der Kurpfalz war auch lange im Rennen um einen Platz im Corona-Notkalender. Doch der Betreiber verzichtete letztlich.

Wegen hoher Infektionszahlen beziehungsweise rigider Reiserichtlinien findet 2020 derweil kein Grand Prix in den USA, Kanada, Mexiko und Brasilien statt. Das bestätigte die Formel 1 am Freitag.

Dafür debütiert Portimao. Imola kehrt nach 14-jähriger Abstinenz als Großer Preis der Emilia Romagna zurück. Auf der Strecke, die untrennbar mit dem Unfalltod Ayrton Sennas verbunden ist, experimentiert die Formel 1 mit einem verkürzten Wochenende: Gefahren wird nur samstags und sonntags. Dieses Format soll zur Saison 2021 der Standard sein. Ob, wann und wo die Formel 1 wieder vor Zuschauern fährt, bleibt offen.

Das Saisonfinale soll Mitte Dezember am Persischen Golf steigen. Angedacht sind zwei Rennen in Bahrain auf unterschiedlichen Streckenlayouts, gefolgt vom Abschluss in Abu Dhabi. Möglich sind davor noch Rennen in Asien, beispielsweise in Malaysia oder Vietnam. All diese Läufe sind aber noch nicht bestätigt.

Die Formel 1 plant laut eigenen Angaben weiter mit 15 bis 18 Rennen. Den vollständigen Kalender will sie "in den nächsten Wochen" veröffentlichen. 15 Grands Prix müssen stattfinden, um die vollen Fernseheinnahmen zu bekommen. (sid)

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