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Vettel funkt: „Ich werde aufgefressen“

Lewis Hamilton setzt seine Rekordjagd in der Formel 1 fort. Dagegen ist der Deutsche mit Ferrari am Tiefpunkt angelangt.

In der Botschaft einig, auf der Rennstrecke weit voneinander entfernt: Spa-Sieger Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, der erneut nicht konkurrenzfähig ist.
In der Botschaft einig, auf der Rennstrecke weit voneinander entfernt: Spa-Sieger Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, der erneut nicht konkurrenzfähig ist. © Albert Gea/Pool Reuters/AP/dpa

Spa-Franchorchamps. Lewis Hamilton flog durch die Ardennen, raste mit dem nächsten Sieg noch näher heran an den Schumacher-Rekord – weit hinten im Feld wurde Sebastian Vettel derweil „aufgefressen“ von Männern in Mittelklasse-Autos. Der Deutsche und Ferrari haben den Tiefpunkt ihrer letzten gemeinsamen Saison erreicht, auf den Hochgeschwindigkeits-Geraden in Spa waren die Roten nur noch träges Hindernis für die Konkurrenz.

Mit den Plätzen 13 und 14 verpassten Vettel und Teamkollege Charles Leclerc beim Großen Preis von Belgien chancenlos die Punkte, der Ferrari SF1000 konnte nur mit den Hinterbänkler-Teams mithalten. „Wir waren von der Geschwindigkeit her nicht so wie in den Rennen zuvor, haben uns aber auch schwergetan, die Reifen ans Arbeiten zu kriegen“, sagte Vettel bei RTL: „Aber auch, wenn es besser gelaufen wäre, hätten wir hier nicht auf Platz fünf gestanden.“ Ganz vorne fuhr Hamilton im Mercedes souverän zu einem Start-Ziel-Sieg, sein Teamkollege Valtteri Bottas und Red-Bull-Pilot Max Verstappen auf den Rängen zwei und drei konnten ihn nie gefährden.

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Scuderia spielt im WM-Kampf keine Rolle mehr

„Ich weiß, nicht jeder will sehen, dass immer Mercedes vorne steht“, sagte der Engländer, „aber für uns ist es egal, wie erfolgreich wir sind: Wir bleiben weiter demütig und werden auch nach diesem Rennen schauen, wo wir uns weiter verbessern können.“ Und so hakte der Weltmeister auch den 89. Sieg seiner Karriere ab, noch zwei fehlen ihm zum Bestwert Michael Schumachers – den kann er ausgerechnet in zwei Wochen in Mugello erreichen, wenn der einstige Schumacher-Rennstall Ferrari sein 1000. Formel-1-Rennen auf der eigenen Hausstrecke feiert. Im WM-Klassement führt Hamilton mit nun 157 Punkten noch deutlicher vor Verstappen (110) und Bottas (107). Die Scuderia spielt in dieser Wertung längst keine Rolle mehr.

In Spa wurde das überdeutlich. Schon mit den ersten Ausfahrten am Freitag war klar, dass sich für Ferrari in Belgien etwas zusammenbraute. In den freien Trainings rutschten die Roten ans Ende des Feldes, im Qualifying schafften es Vettel und Leclerc nur mit Mühe in den zweiten Abschnitt der besten 15 Autos.

Besonders entlarvende Schwäche

Und in gewisser Weise war diese Schwäche in Spa besonders entlarvend. Vor einem Jahr war man hier mit rätselhaft überlegener Motorenpower zum Sieg gerast, später kamen dann aber Schummelvorwürfe auf, und Ferrari musste kurzfristig den Motor umbauen. Seitdem kann der Rennstall nicht mehr mit der Spitze mithalten – und auf der Powerstrecke in Belgien nicht mal mit dem Mittelfeld. „Ich habe solche Probleme auf den Geraden“, funkte Leclerc hilflos an die Box.

Er und Vettel konnten auch nicht von einem spektakulären, aber glimpflich endenden Doppel-Unfall profitieren: Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) und George Russell (Williams) flogen an der gleichen Stelle ab, die Aufräumarbeiten waren umfangreich, und das Safety Car musste ausrücken. Vettel ging im Zuge der Reifenwechsel an Leclerc vorbei, und der Monegasse scheiterte anschließend mit einem forschen Angriff am Deutschen. Wenig später holte Ferrari Leclerc erneut an die Box, gab ihm schnellere Reifen, er nahm vom Ende des Feldes erneut Anlauf – ein Modell, das sich auch Vettel wünschte.

„Die Typen vor mir“, funkte er mit Blick etwa auf Kimi Räikkönen (Alfa) an die Box, „werde ich sowieso nicht mehr überholen. Vielleicht denkt ihr mal über einen Stopp nach. Ich sage euch, ich werde aufgefressen.“ Der Kommandostand sah das anders, Vettel blieb draußen, konnte aber wenigstens Leclerc noch hinter sich lassen. (sid)

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