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Forscher finden im Erzgebirge viel Lithium

Vermutlich enorme Mengen dieses wichtigen Leichtmetalls lagern als Glimmer im Gestein.

Von Stephan Schön

Freiberg. Eine der weltweit größten Lagerstätten für das immer wichtigere Leichtmetall Lithium befindet sich im Erzgebirge. Das geht aus aktuellen Gesteinsanalysen mit neuen, verbesserten Methoden hervor, wie die TUBergakademie Freiberg gestern mitteilte.

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„Die Vorkommen in Sachsen rangieren, was die Menge an enthaltenem Lithium betrifft, weltweit unter den Top-10-Lagerstätten“, erklärt dazu Jens Gutzmer, Professor für Lagerstättenkunde an der Bergakademie. So liegen allein in Zinnwald älteren Schätzungen zufolge rund 50000 Tonnen Lithium. „Wir gehen davon aus, dass der Gehalt sogar noch höher liegt.“

Gegenwärtig analysieren die Freiberger Forscher acht Tonnen Gesteinsproben aus dem inzwischen nur noch als Museum dienenden Bergwerk in Zinnwald. Hier wurde neben Zinn unter anderem bis 1945 auch Lithium abgebaut.

Deutschland ist derzeit komplett von Importen abhängig. Die in Zinnwald und wahrscheinlich auch anderen Regionen des Erzgebirges vorhandenen unerkannten großen Mengen machen diese sächsischen Lagerstätten wirtschaftlich wieder interessant. Vor allem auch durch die enorme Bedeutung dieses Metalls für Hightech-Batterien wächst der Bedarf. Konkrete Abbaupläne gibt es bisher allerdings noch nicht.

Bereits vor einem Jahr hatten Freiberger Geologen weltweit bedeutende Indium-Vorkommen im Erzgebirge entdeckt, über die die SZ berichtete. Diese Vorkommen allein sind bisher wirtschaftlich nicht abbaubar. Allerdings zusammen mit anderen Metallen und Erzen könnte sich demnächst wieder ein Abbau lohnen, so prognostizieren die Freiberger Forscher.