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Forscher spielen Hochwasser an der Malter nach

Die Staumauer wird ausgebaut für ein Riesenhochwasser. Wie das geht, wird im Modellversuch ausprobiert.

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© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Die Augustflut 2002 war das schlimmste Hochwasser, das die Talsperre Malter bisher überstanden hat. Aber niemand weiß, ob es nicht noch dicker kommt in Zeiten des Klimawandels. Daher baut die Landestalsperrenverwaltung die Staumauer an der Malter so aus, dass sie ein Hochwasser mit 300 Kubikmeter Wasser in der Sekunde überstehen kann. Das ist mehr als 2002. Damals sind 210 Kubikmeter Wasser in der Sekunde gekommen. Der Hochwasserüberlauf bekommt dafür eine zweite Schussrinne, die das Wasser ohne großen Schaden wieder in den Fluss leitet.

Weil niemand Erfahrungen mit einer solchen Riesenflut hat, müssen die Planer dafür Modellversuche machen. Das heißt, sie bauen im Labor die Staumauer mitsamt der Überlaufanlage im verkleinerten Maßstab nach. Dann lassen sie Wasser darüber strömen und beobachten, wie sich das Modell verhält. Solche Versuche wurden vor zehn Jahren auch für die Talsperre Klingenberg an der Technischen Universität in Aachen gemacht. Danach wurde die Planung für die Staumauer angepasst.

Die Modellversuche werden dieses Jahr für die Malter stattfinden, informierte Burkhardt Huth von der Landestalsperrenverwaltung. Dafür liegen mehrere Angebote vor. Wenn diese ausgewertet sind, wird der Auftrag in den nächsten Wochen vergeben. Dieses Jahr sollen die Versuche dann laufen.

Danach sind noch verschiedene Schritte erforderlich, ehe der tatsächliche Bau beginnen kann. Bis 2015 wird die Planung noch benötigen, ehe sie an die Landesdirektion zur Genehmigung gehen kann. Die Planer hoffen, dass dann 2016 die Genehmigung für den Ausbau kommt. Aber auf ein solches Verfahren nehmen viele Stellen Einfluss. Deswegen wird der eigentliche Baubeginn noch nicht im Detail angegeben. Huth versichert aber: „Die Landestalsperrenverwaltung ist grundsätzlich bestrebt, dieses Vorhaben schnellstmöglich voranzubringen und umzusetzen.“

Das hieße dann, dass die Talsperre Malter auch für ein Hochwasser gewappnet sein wird, wie es bisher kein Mensch im Osterzgebirge gesehen hat. Aber bis dahin dauert es noch eine Zeit lang.